Kameramodell berechnen (Data Management)

Zusammenfassung

Schätzt das externe und das interne Kameramodell über den EXIF-Header des unverarbeiteten Bildes und optimiert die Kameramodelle. Das Modell wird anschließend auf das Mosaik-Dataset mit der Option zum Verwenden eines vom Werkzeug erstellten digitalen Oberflächenmodells (DSM) mit hoher Auflösung angewendet, um eine bessere Orthorektifizierung zu erzielen.

Dies ist besonders hilfreich für UAV- und UAS-Bilder, deren externe und interne Kameramodelle grob oder nicht definiert sind.

Verwendung

  • Ein typischer Workflow kann die zweimalige Ausführung des Werkzeugs Kameramodell berechnen beinhalten: einmal mit dem Parameter Kameramodell schätzen unter Angabe eines Parameterwerts Ausgabe-Passpunkttabelle und ein zweites Mal mit dem Parameter Kameramodell optimieren und der Ausgabe der ersten Ausführung als Parameterwert Eingabe-Verknüpfungspunkttabelle. Das Ziel dieses Workflows ist zunächst eine schnelle Schätzung des Kameramodells und die anschließende Erstellung eines genaueren Kameramodells.

  • Wenn für den Parameter Positionsgenauigkeit des GPS die Option Sehr hohe GPS-Genauigkeit festgelegt ist, werden die Ausrichtungsparameter der Bilddaten angepasst, und die GPS-Messungen bleiben fest. Darüber hinaus sind keine GCPs erforderlich, wenn diese Option gewählt wurde. GCPs werden in der Anpassung als Checkpunkte markiert.

Syntax

ComputeCameraModel(in_mosaic_dataset, {out_dsm}, {gps_accuracy}, {estimate}, {refine}, {apply_adjustment}, {maximum_residual}, {initial_tiepoint_resolution}, {out_control_points}, {out_solution_table}, {out_solution_point_table}, {out_flight_path}, {maximum_overlap}, {minimum_coverage}, {remove}, {in_control_points}, {options})
ParameterErklärungDatentyp
in_mosaic_dataset

Das Mosaik-Dataset, für das das Kameramodell erstellt und berechnet werden soll.

Es empfiehlt sich, zuerst das Werkzeug Blockausgleichung anwenden für das Eingabe-Mosaik-Dataset auszuführen. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Mosaic Dataset; Mosaic Layer
out_dsm
(optional)

Das Raster-Dataset des digitalen Oberflächenmodells, das aus einem der angepassten Bilder im Mosaik-Dataset erstellt wurde. Wenn apply_adjustment auf APPLY gesetzt ist, wird das DEM in der geometrischen Funktion durch dieses DSM ersetzt, um eine bessere Orthorektifizierung zu erzielen.

Raster Dataset
gps_accuracy
(optional)

Gibt die Genauigkeitsstufe der Eingabebilder an. Das Werkzeug sucht nach Bildern in der Nachbarschaft, um übereinstimmende Punkte zu berechnen und automatisch eine Anpassungsstrategie basierend auf der Genauigkeitsstufe anzuwenden.

  • HIGH Die GPS-Genauigkeit beträgt 0 bis 10 Meter, und das Werkzeug verwendet maximal 4 x 3-Bilder.
  • MEDIUMDie GPS-Genauigkeit beträgt 10 bis 20 Meter, und das Werkzeug verwendet maximal 4 x 6-Bilder.
  • LOWDie GPS-Genauigkeit beträgt 20 bis 50 Meter, und das Werkzeug verwendet maximal 4 x 12-Bilder.
  • VERY_LOWDie GPS-Genauigkeit beträgt mehr als 50 Meter, und das Werkzeug verwendet maximal 4 x 20-Bilder.
  • VERY_HIGHDie Bilddaten wurden mit differentiellem GPS mit hoher Genauigkeit erfasst wie RTK oder PPK. Diese Option fixiert die Bildpositionen während der Blockausgleichung.
String
estimate
(optional)

Gibt an, ob das Kameramodell geschätzt wird, indem die Anpassung basierend auf der achtfachen Auflösung der Quelle des Mosaik-Datasets berechnet wird. Auf dieser Stufe erfolgt die Berechnung der Anpassung schneller, jedoch ist das Ergebnis ungenauer.

  • ESTIMATEDas Kameramodell wird geschätzt. Dies ist die Standardeinstellung.
  • NO_ESTIMATEDas Kameramodell wird nicht geschätzt.
Boolean
refine
(optional)

Gibt an, ob das Kameramodell optimiert wird, indem die Anpassung bei der Auflösung des Mosaik-Datasets berechnet wird. Die Berechnung der Anpassung auf dieser Stufe liefert das genaueste Ergebnis.

  • REFINEDas Kameramodell wird optimiert, indem die Anpassung bei der Quellauflösung berechnet wird. Dies ist die Standardeinstellung.
  • NO_REFINEDas Kameramodell wird nicht optimiert. Diese Option ist schneller und daher geeignet, wenn die Berechnung nicht mit der Auflösung der Quelle durchgeführt werden muss.
Boolean
apply_adjustment
(optional)

Gibt an, ob die angepasste Transformation auf das Mosaik-Dataset angewendet wird.

  • APPLYDie berechnete Anpassung wird auf das Eingabe-Mosaik-Dataset angewendet. Dies ist die Standardeinstellung.
  • NO_APPLYDie berechnete Anpassung wird nicht auf das Eingabe-Mosaik-Dataset angewendet.
Boolean
maximum_residual
(optional)

Der maximal zulässige Restwert, um einen berechneten Passpunkt als gültigen Passpunkt beizubehalten. Die Standardeinstellung ist 5.

Double
initial_tiepoint_resolution
(optional)

Der Auflösungsfaktor, mit dem Verknüpfungspunkte erstellt werden, wenn das Kameramodell geschätzt wird. Der Standardwert ist 8, d. h. das Achtfache der Pixelauflösung der Quelle.

Für Bilder, die nur eine geringe Feature-Differenzierung aufweisen, z. B. landwirtschaftlich genutzte Felder, kann ein niedrigerer Wert wie beispielsweise 2 verwendet werden.

Double
out_control_points
(optional)

Die optionale Feature-Class für Passpunkte.

Feature Class
out_solution_table
(optional)

Die optionale Anpassungslösungstabelle. Die Lösungstabelle enthält das quadratische Mittel (RMS) des Ausgleichungsfehlers und die Lösungsmatrix.

Table
out_solution_point_table
(optional)

Die optionale Feature-Class für Lösungspunkte. Die Lösungspunkte sind endgültige Passpunkte, die zum Erstellen der Anpassungslösung verwendet werden.

Feature Class
out_flight_path
(optional)

Die optionale Linien-Feature-Class für Flugbahnen.

Feature Class
maximum_overlap
(optional)

Der Prozentsatz der Überlappung zwischen zwei Bildern, damit sie als Duplikate betrachtet werden.

Wenn der Wert beispielsweise 0,9 beträgt, bedeutet dies, dass ein Bild, das zu 90 Prozent von einem anderen Bild abgedeckt wird, als Duplikat betrachtet und entfernt wird.

Double
minimum_coverage
(optional)

Der Prozentsatz, der die Abdeckung eines Bildes durch den Passpunkt angibt. Wenn die Abdeckung unter dem minimalen Prozentsatz liegt, wird das Bild nicht aufgelöst und entfernt. Der Standardwert ist 0,05, was 5 Prozent entspricht.

Double
remove
(optional)

Gibt an, ob Bilder automatisch entfernt werden, wenn sie zu weit vom Flugstreifen entfernt sind.

  • NO_REMOVEEs werden keine Bilder entfernt. Dies ist die Standardeinstellung.
  • REMOVEBilder, die zu weit vom Flugstreifen entfernt sind, werden entfernt.
Boolean
in_control_points
(optional)

Die Verknüpfungspunkttabelle, mit der das Kameramodell berechnet wird. Wenn keine Verknüpfungspunkttabelle angegeben wird, berechnet das Werkzeug seine eigenen Verknüpfungspunkte und schätzt das Kameramodell.

Feature Class
options
[options,...]
(optional)

Zusätzliche Optionen für die Anpassungs-Engine. Diese Optionen sind nur zur Verwendung durch Anpassungs-Engines von Drittanbietern vorgesehen.

Value Table

Abgeleitete Ausgabe

NameErklärungDatentyp
out_mosaic_dataset

Das Ausgabe-Kameramodell.

Mosaik-Dataset; Mosaik-Layer

Codebeispiel

ComputeCameraModel – Beispiel 1 (Python-Fenster)

Dies ist ein Python-Beispiel für das Werkzeug ComputeCameraModel.

import arcpy 
arcpy.ComputeCameraModel_management('c:\data\fgdb.gdb\md', 'output_DSM.tif', 
                                    'HIGH', 'ESTIMATE', 'REFINE', 'APPLY', '5')

Lizenzinformationen

  • Basic: Nein
  • Standard: Nein
  • Advanced: Ja