Migration von ArcGIS Pro 2.x zu 3.x

Nachdem Sie sich einen Überblick über die neuen Systemanforderungen verschafft und ArcGIS Pro 3.x installiert haben, können Sie in ArcGIS Pro 2.9 oder früher erstellte Projekte und Dateien öffnen, da sie aufwärtskompatibel sind. Wenn Sie sie in ArcGIS Pro 3.x speichern, werden darin die Eigenschaften aktiviert, die Ihnen die Nutzung von neuen Funktionen ermöglichen.

Abwärtskompatibilität

Dateien, die in ArcGIS Pro 3.x gespeichert wurden, können mit ArcGIS Pro-Versionen der Reihe 2.x möglicherweise nicht verwendet werden. Nähere Angaben dazu finden Sie weiter unten in diesem Thema. Wenn die Projekte und Dokumente, die Sie erstellen oder speichern, immer in ArcGIS Pro 3.x verwendet werden, müssen Sie sich über diese Details keine Gedanken machen. Dies ist in folgenden Situationen der Fall:

  • Sie geben Ihre ArcGIS Pro-Dateien nicht für andere ArcGIS Pro-Benutzer frei, beispielsweise wenn Sie der einzige GIS-Analyst einer Organisation sind.
  • Sie und Ihre Kollegen, mit denen Sie ArcGIS Pro-Dateien austauschen, führen gleichzeitig ein Upgrade auf ArcGIS Pro 3.x durch.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Zusammenarbeit einfacher gestaltet, wenn alle Kollegen dieselbe Hauptversion verwenden, können Organisationen die gleichzeitige Migration aller Instanzen von ArcGIS Pro 2.x zu 3.x planen.

Wichtige Workflows

Die ArcGIS Pro-Softwareentwickler investieren viel in die Qualität und die Beseitigung von Bugs. Nahezu kontinuierlich werden automatisierte Tests durchgeführt, und täglich kommen neue Tests hinzu. Der Code wird von Softwareentwicklern und durch automatische Analysefunktionen überprüft, und während jedes Entwicklungszyklus werden ganzheitliche Testverfahren durchgeführt. Das Risiko von Bugs, durch die es zu Unterbrechungen bei Ihren Workflows kommt, lässt sich dennoch nicht völlig ausschließen.

Hauptversionen bergen aufgrund der umfangreichen Änderungen an der Codebasis in der Regel das größte Bug-Risiko. Bei Nebenversionen ist dieses Risiko geringer. Patch-Versionen sind die sicherste Variante, da sie ausschließlich zur Behebung von Bugs bestimmt sind.

Hinweis:

In der semantischen Versionierung stellt ArcGIS Pro 3.0.0 eine Hauptversion dar. Weitere Informationen finden Sie unter Versionen und Patches.

Für Benutzer können Bugs zeitaufwendig und frustrierend sein, insbesondere, wenn ein wichtiger Workflow gestört ist. In dieser Situation kann das Rollback eines Upgrades erforderlich sein. Einige Organisationen wählen zur Risikominimierung eine oder beide der folgenden Vorgehensweisen:

  • Installation der neuen Software in einer Testumgebung und Zertifizierung wichtiger Workflows vor der organisationsweiten Einführung
  • Migration auf die nächste Hauptversionsreihe erst nach Verfügbarkeit eines nachfolgenden Patch oder einer Nebenversion

Arbeiten mit ArcGIS Pro 2.x und 3.x

Wenn die Personen, mit denen Sie zusammenarbeiten, nicht zum gleichen Zeitpunkt zu ArcGIS Pro 3.x migrieren können, müssen Sie wissen, welche Elemente zwischen ArcGIS Pro 2.x und 3.x freigegeben werden können und welche nicht. In den folgenden Abschnitten sind diese Details zusammen mit anderen relevanten Informationen aufgeführt.

Allgemeine Empfehlungen

  • Erstellen Sie in Situationen, in denen Sie mit anderen Organisationen oder Teammitgliedern zusammenarbeiten, die noch ArcGIS Pro 2.x verwenden, Sicherungen oder Projektpakete.
  • Das Freigeben in ArcGIS Enterprise oder ArcGIS Server 10.9.1 oder früher aus ArcGIS Pro 3.x ist weiterhin möglich. Der Inhalt wird jedoch möglicherweise herabgestuft. Verwenden Sie ArcGIS Pro 3.x mit ArcGIS Enterprise 11.0 oder höher, um neue Funktionalität zu nutzen.

Projekte

  • Projekte und Projektvorlagen (.aprx-, .ppkx- und .aptx-Dateien), die mit einer Version von ArcGIS Pro 2.x gespeichert wurden, können mit ArcGIS Pro 2.x sowie 3.x geöffnet und ausgeführt werden. Hingegen können Projekte und Projektvorlagen, die mit ArcGIS Pro 3.x gespeichert wurden, nicht mit ArcGIS Pro 2.x geöffnet werden.
  • Projektpakete können in 3.x erstellt und als Projekt in 2.x geöffnet werden.
  • Es ist nicht möglich, eine Kopie eines ArcGIS Pro 3.x-Projekts zu speichern, die mit einer 2.x-Version von ArcGIS Pro geöffnet werden kann. Wenn ein Projekt mit einer relativ neuen Version von ArcGIS Pro 2.x, z. B. 2.9, gespeichert wird, kann es mit früheren Versionen von ArcGIS Pro 2.x wie beispielsweise 2.0 geöffnet werden. Allerdings wird das Projekt dann in einer für die frühere Version geeigneten Weise heruntergestuft.
  • Wenn das aktuelle Projekt mit ArcGIS Pro 2.x erstellt wurde, wird vor dem Speichern von Änderungen in 3.x eine Warnung angezeigt. Wenn Sie fortfahren, wird die Projektversion zu 3.0 oder höher geändert, und das Projekt kann mit ArcGIS Pro 2.x nicht mehr geöffnet werden. Wenn das Projekt freigegeben wird, sollten Sie in ArcGIS Pro 2.x eine Sicherungskopie des 2.x-Projekts speichern, bevor Sie das Projekt in 3.x öffnen und speichern.
  • 1.x-Projekte können ebenso wie 2.x-Projekte in ArcGIS Pro 3.x geöffnet werden. Beim Speichern werden daraus jedoch 3.x-Projekte.
  • Vom Benutzer vorgenommene Konfigurationseinstellungen werden übernommen.

Dokumente

  • Karten-, Layer-, Berichts- und Layout-Dateien (.mapx-, .lyrx-, .rptx- und .pagx-Dateien), die in ArcGIS Pro 3.x erstellt oder gespeichert wurden, können nicht mehr in 2.x geöffnet werden.
  • Globe-Service-Layer werden in ArcGIS Pro 3.x nicht unterstützt. Es wird empfohlen, den ursprünglichen Layer in einem unterstützten Service, beispielsweise einem Karten- oder Feature-Service, erneut zu veröffentlichen. Für Projekte, in denen ein Globe-Service für die Höhe verwendet wird, kann der standardmäßige Esri Terrain 3D-Service verwendet werden.

Styles

  • Web-Styles werden bei früheren Versionen herabgestuft, können aber weiterhin veröffentlich werden.
  • Nur die mit der früheren Version kompatiblen Styles werden veröffentlicht.
  • Für Styles kann ein Upgrade auf ArcGIS Pro 3.x durchgeführt werden. Im Rahmen des Upgrade-Prozesses wird eine Sicherungskopie des 2.x-Styles erstellt.
  • 2.x-Styles können weiterhin schreibgeschützt geöffnet werden. Eine Bearbeitung ist erst nach einem Upgrade auf ArcGIS Pro 3.x möglich.
  • Ein Upgrade schreibgeschützter Styles kann über die Katalogansicht durchgeführt werden.
  • Mobile Styles sind in ArcGIS Pro 2.x schreibgeschützt und nach dem Upgrade auf 3.x editierbar.

Layouts

  • Bilder in Layouts werden ab ArcGIS Pro 3.x auf andere Weise gespeichert. Um Bilder in früheren Versionen anzuzeigen, werden Projektpakete benötigt.

Erstellen von Paketen

  • Mit Geoverarbeitungswerkzeugen zum Erstellen von Paketen können Pakete erstellt werden, die eine Zusammenarbeit mit anderen Teammitgliedern, die frühere Versionen von ArcGIS Pro verwenden, ermöglichen.
  • Pakete, die Sie mit den Befehlen auf dem Menüband Freigeben erstellen, beispielsweise Layer-, Karten- und Projektpakete, enthalten 2.x- und 3.x-Inhalte.

Freigabe

  • Web-Layer und -Services sowie die meisten Geoverarbeitungsservices werden mit Inhalten freigegeben, die mit dem Zielserver kompatibel sind. Es ist also nicht notwendig, zu ArcGIS Enterprise 11.0 oder höher zu wechseln, um eine Aktualisierung auf ArcGIS Pro 3.x durchzuführen. Beim Freigeben für ArcGIS Enterprise bzw. ArcGIS Server 10.9.1 oder früher wird neuerer Inhalt möglicherweise herabgestuft. Beim Freigeben für ArcGIS Enterprise oder ArcGIS Server 11.0 enthalten Web-Layer und -Services neuere, in ArcGIS Pro 3.x verfügbare Inhalte.
  • Annotations-Datasets, Bemaßungs-Datasets, Versorgungsnetz- und Verfolgungsnetz-Datasets, die mit 3.x erstellt oder auf diese Version aktualisiert wurden, können nicht in ArcGIS Enterprise 10.9.1 oder früher freigegeben werden.
  • Beim Erstellen einer Service-Definition mit Serververbindungsinformationen enthält die .sd-Datei Inhalte für die entsprechende Serverversion.
  • Beim Erstellen einer von der Verbindung unabhängigen Offline-Service-Definitionsdatei für einen Web-Layer müssen Sie die Zielserver-Version (10.9.1 oder früher, 11.0 oder später bzw. ArcGIS Online) angeben, um sicherzustellen, dass die Datei den mit Ihrer Serverversion kompatiblen Inhalt enthält.

    Weitere Informationen zu Service-Definitionsdateien für Web-Layer

  • Web-Werkzeuge oder Geoverarbeitungsservices, die neue Werkzeuge in Version 3.x referenzieren, können nicht in ArcGIS Enterprise 10.9.1 oder früher freigegeben werden. Beim Veröffentlichen von Systemwerkzeugen mit geänderten oder neuen Parametern, die nicht mit früheren Versionen von ArcGIS Enterprise kompatibel sind, können Probleme auftreten. Daten in neueren Formaten oder Dokumentdateien, die mit 3.x erstellt oder auf diese Version aktualisiert wurden, können nicht in Web-Werkzeugen verwendet werden, die in ArcGIS Enterprise 10.9.1 oder früher freigegeben werden.

    Weitere Informationen zur Kompatibilität von Web-Werkzeugen

  • Mobile Kartenpakete können in ArcGIS Pro 3.x und 2.x geöffnet werden.
  • In 3.x erstellte Styles werden beim Freigeben in ArcGIS Enterprise 11.0 oder ArcGIS Online als 3.x-Web-Styles freigegeben. Wenn diese 3.x-Styles für ArcGIS Enterprise 10.9.1 oder früher freigegeben werden, wird neuerer Inhalt möglicherweise herabgestuft.

Geodatabases

  • In 3.x erstellte Datasets sind möglicherweise nicht mit früheren Versionen kompatibel. Informationen zu bestimmten Dataset-Typen finden Sie weiter unten im Abschnitt "Datentypen".
  • Informationen zu Geodatabases finden Sie unter Client- und Geodatabase-Kompatibilität.

Datentypen

  • In 3.x erstellte oder aktualisierte Annotationen können in 2.x nicht verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zum Werkzeug Dataset aktualisieren.
  • In 3.x erstellte oder aktualisierte Dimensionen können in 2.x nicht verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zum Werkzeug Dataset aktualisieren.
  • In 3.x erstellte oder aktualisierte Versorgungsnetze und Verfolgungsnetze können in 2.x nicht verwendet werden.

Geokodierung

  • Die Werkzeuge Adressen-Locator erstellen und Adressen standardisieren sind in ArcGIS Pro 3.x nicht mehr verfügbar. Skripte oder Modelle, die das Werkzeug Adressen-Locator erstellen referenzieren, müssen für die Verwendung der neuen Werkzeuge Locator erstellen und Feature-Locator erstellen aktualisiert werden. Skripte oder Modelle, die das Werkzeug Adressen standardisieren referenzieren, müssen für die Verwendung des Werkzeugs Adresse in Komponenten teilen aktualisiert werden. Weitere Informationen finden Sie in den Hinweisen auf veraltete Funktionen (Deprecation Notices) zu Adressen-Locator erstellen und Adressen standardisieren.
  • Locators, die mit dem Werkzeug Adressen-Locator erstellen erstellt wurden, werden in Version 3.0 entfernt und können in ArcGIS Pro 3.x oder höher nicht hinzugefügt werden. Weitere Informationen zum Erstellen von Ersatz-Locators mit den Werkzeugen Locator erstellen und Feature-Locator erstellen sind verfügbar.
  • Ermitteln Sie vor dem Upgrade auf ArcGIS Pro 3.x welche Locators mit dem Werkzeug Adressen-Locator erstellen erstellt wurden, erstellen Sie diese mit dem Werkzeug Locator erstellen erneut, entfernen Sie diese aus dem Projekt, und speichern Sie das Projekt. Um festzustellen, ob der Locator mit dem Werkzeug Adressen-Locator erstellen erstellt wurde und welche Referenzdaten, Feldzuordnung und Einstellungen verwendet wurden, öffnen Sie die Locator-Eigenschaften in ArcGIS Pro 2.9 oder früher, und klicken Sie auf die Registerkarte Info zum Locator. Wenn für "Style-Version" eine 10.x-Nummer angegeben ist, wurde der Locator mit dem Werkzeug Adressen-Locator erstellen erstellt. Wenn für "Version" eine 2.x-Nummer angegeben ist, wurde der Locator mit dem Werkzeug Locator erstellen oder dem Werkzeug Feature-Locator erstellen erstellt.

Datenmanagement

  • Kartenbasierte Reviewer-Regeln werden nicht mehr unterstützt und stehen nicht mehr zur Verwendung zur Verfügung. Es wird empfohlen, dass Sie die Workflows für die automatisierte Überprüfung auf Data Reviewer-Funktionen, die in Attributregeln verfügbar sind, umstellen. Wenn ein Kartendokument (.aprx) in ArcGIS Pro 3.0 oder höher geöffnet oder gespeichert wird, werden alle vorhandenen Kartenregeln aus dem Dokument entfernt.

  • Zum Öffnen von und Arbeiten mit Microsoft Excel-Dateien bestehen neue Treiberanforderungen. Erfahren Sie mehr über das Installieren von Treibern für die Arbeit mit Excel-Dateien.

Geoverarbeitung

  • Benutzerdefinierte ArcGIS-Toolbox-Dateien (.atbx) werden standardmäßig in ArcGIS Pro 3.x erstellt und sind mit 2.9 kompatibel.
  • Vorhandene Dateien der Toolbox-Vorversion (.tbx) können weiterhin verwendet werden.
  • Toolboxes können in 3.x-Versionen gepackt werden, damit die Kompatibilität mit früheren 2.x-Versionen erhalten bleibt.
  • Das Upgrade von Werkzeugen und Toolboxes aus 2.x kann durch Kopieren und Einfügen in eine .atbx-Datei erfolgen.

Python

  • Mit ArcGIS Pro 3.0 erfolgt ein Upgrade der Python-xlrd-Bibliothek von Version 1.2.0 auf Version 2.0.1. In Version 2.0.1 von xlrd wird das Lesen oder Schreiben von Microsoft Excel .xlsx-Dateien nicht mehr unterstützt. Um mit .xlsx-Dateien zu arbeiten, verwenden Sie die Bibliothek openpyxl oder pandas.
  • Die Describe-Eigenschaft workspaceFactoryProgID gibt nun für einen memory-Workspace den Wert esriDataSourcesGDB.MemoryWorkspaceFactory zurück. Bisher wurde der Wert esriDataSourcesGDB.ColumnaDBWorkspaceFactory zurückgegeben.
  • In ArcGIS Pro 2.x geschriebene Skripte, für die das Modul arcpy.mp verwendet wird, können in ArcGIS Pro 3.x weiter verwendet werden. Die CIM-Version muss jedoch für den Zugriff auf das 3.x-CIM aktualisiert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Zugriff auf Python-CIM.

Tasks

  • Als .esriTasks-Dateien gespeicherte Task-Elemente können nach dem Speichern in ArcGIS Pro 3.x nicht mehr in ArcGIS Pro 2.x geöffnet werden.
  • .esriTasks-Dateien aus ArcGIS Pro 2.x können in ArcGIS Pro 3.x geöffnet werden. Für sie erfolgt beim Speichern des Projekts ein Upgrade.
  • Mit ArcGIS Pro 3.x erstellte Task-Elemente können in 2.x nicht verwendet werden.

Add-ins

  • Auf der Grundlage von ArcGIS Pro 2.x-Versionen erstellte Add-ins müssen neu erstellt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Wiki zu ArcGIS Pro SDK for .NET.