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Beschränkungsattribute

Die Registerkarte Beschränkungen zeigt alle für das Netzwerk-Dataset verfügbaren Beschränkungen. Sie können eine Beschränkung auswählen, um zu sehen, wie sie konfiguriert ist.

Beschränkung

Beschränkungen können so für eine Netzwerkdatenquelle konfiguriert werden, dass bei einer Analyse die Nutzung von Straßen mit bestimmten Merkmalen vollständig ausgeschlossen, vermieden oder sogar bevorzugt wird. Beispielsweise können Beschränkungen verwendet werden, um Fußgänger von Autobahnen fernzuhalten oder um zu verhindern, dass Lkw auf Straßen mit unzureichender Durchfahrtshöhe fahren.

Beschränkungen können zum Zeitpunkt der Berechnung aktiviert oder deaktiviert werden, sodass sie für Ihre spezielle Analyse beachtet oder ignoriert werden. Die bevorzugte Methode zum Steuern der Beschränkungen für eine bestimmte Analyse sind Reisemodi. Sie können einen Reisemodus mit verschiedenen Analyseeigenschaften wie z. B. Beschränkungen konfigurieren, um das Fahrzeug, für das Sie die Route planen, entsprechend zu modellieren. Durch die Auswahl eines vordefinierten Reisemodus zum Zeitpunkt der Berechnung können Sie die Beschränkungen und sonstigen Eigenschaften, die für die gewünschte Modellierung des Reisemodus geeignet sind, effizient und konsistent festlegen.

Ein Beschränkungsattribut kann Parameter mit Standardwerten aufweisen, die durch einen Reisemodus außer Kraft gesetzt werden können, der die Beschränkung verwendet. Beispielsweise könnten Sie einem Beschränkungsattribut einen Parameter für die Fahrzeughöhe hinzufügen. Der Parameterwert gibt die Höhe des Fahrzeugs an, das in der Analyse modelliert wird.

Ein Beschränkungsattribut wird immer so konfiguriert, dass für jedes Netzwerkelement der Netzwerkdatenquelle ein boolescher Wert ("true" oder "false") zurückgegeben wird. Wenn für die Beschränkung für ein bestimmtes Netzwerkelement "true" zurückgegeben wird, bedeutet dies, dass der Verwendungstyp bei der Analyse für die Reisemodi, die die Beschränkung enthalten, auf das Element angewendet werden soll. Die Rückgabe von "false" bedeutet, dass die Beschränkung keinen Einfluss auf das Netzwerkelement hat, das ausgewertet wird. Beschränkungen weisen auch eine Eigenschaft Verwendungstyp auf, die auf einen der folgenden sieben Werte festgelegt werden kann:

  • Unzulässig
  • Vermeiden (hoch)
  • Vermeiden
  • Vermeiden (niedrig)
  • Bevorzugt (niedrig)
  • Bevorzugt
  • Bevorzugt (hoch)

Der dieser Eigenschaft zugewiesene Wert bestimmt, ob durch das Beschränkungsattribut die damit verknüpften Netzwerkelemente unzulässig sind bzw. vermieden oder bevorzugt werden. Weiterhin kann der Grad, zu dem Netzwerkelemente vermieden oder bevorzugt werden, durch "Hoch", "Mittel" oder "Niedrig" definiert werden. In den drei folgenden Abschnitten werden allgemeine Einsatzmöglichkeiten von Beschränkungen vorgestellt.

Unzulässigkeit von Netzwerkelementen

Am häufigsten werden Beschränkungen verwendet, um das Durchfahren zu verbieten. Beispiel: Mit einem Beschränkungsattribut können Sie Einbahnstraßen modellieren, sodass die Straße nur in einer Richtung passiert werden kann, nicht jedoch in der umgekehrten Richtung. Auf ähnliche Weise kann durch ein Beschränkungsattribut ein Passieren von Gehwegen als vollkommen unzulässig markiert werden, sodass die als Gehwege gekennzeichneten Netzwerkelemente aus allen Routen für motorisierte Fahrzeuge ausgeschlossen werden.

Vermeiden von Netzwerkelementen

Statt das Durchfahren bei bestimmten Netzwerkelementen zu verhindern, können Sie die Beschränkung durch ein Verbot teilweise lockern. Dadurch wird das Durchfahren der Elemente durch den Solver vermieden, sofern dies nicht unmöglich oder zu kostenaufwändig ist. Wenn Sie z. B. Routen für gewerbliche Lieferfahrzeuge erstellen und vermeiden möchten, dass sie auf Privatstraßen fahren, können Sie ein Beschränkungsattribut verwenden und den Parameter Verwendungstyp auf Vermeiden festlegen. Auf diese Weise werden Privatstraßen in den meisten Fällen vermieden, wenn eine Zustellung jedoch zufällig auf einer Privatstraße erfolgen muss, kann das Ziel dennoch auf dieser Route erreicht werden. Wenn das Vermeiden einer Privatstraße auf dem Weg zu einem Stopp zu kostspielig ist (das heißt, der Umweg um die Privatstraße zu lang ist), wird die Ausnahme ebenfalls durch den Solver zugelassen und das Fahrzeug über die Privatstraße geleitet.

Vorziehen von Netzwerkelementen

Der dritte Verwendungstyp für Beschränkungsattribute ist die Beschränkung "Bevorzugt". Ein Beschränkungsattribut kann mit dem Verwendungstyp "Bevorzugt" konfiguriert werden. Betrachten Sie das Beispiel eines Lastwagens, der gefährliche Materialien (Gefahrgut) geladen hat. Auf manchen Straßen ist das Transportieren von Gefahrgut unzulässig, auf anderen ist es zulässig und auf wieder anderen wird es bevorzugt, da ein Unfall auf diesen Straßen von Notfallhelfern am einfachsten zu erreichen und zu kontrollieren wäre. Sie können diese Regeln modellieren, indem Sie ein Beschränkungsattribut mit einem Verwendungstyp mit dem Wert Unzulässig für die Straßen konfigurieren, auf denen das Transportieren von Gefahrgut unzulässig ist. Konfigurieren Sie ein weiteres Beschränkungsattribut mit einem Verwendungstyp mit dem Wert Bevorzugt für die Straßen, die für Gefahrguttransporte zu bevorzugen sind. Die führt dazu, dass die Fahrzeuge nie auf unzulässige Straßen geleitet und meist auf bevorzugte Straßen geleitet werden.

Beschränkungen

Auf der Registerkarte Beschränkungen werden im oberen Abschnitt die Beschränkungsattribute angezeigt, die für die Netzwerkdatenquelle verfügbar sind. Im unteren Abschnitt sehen Sie die Eigenschaften, die mit der ausgewählten Beschränkung verknüpft sind.

Registerkarte "Beschränkungen"

Eigenschaften: In diesem Abschnitt wird angezeigt, wie die ausgewählte Beschränkung konfiguriert ist. Er listet die Metadaten wie Name und Verwendungstyp auf, die mit dem Beschränkungsattribut verknüpft sind, und stellt die Konfiguration von Parametern und Evaluatoren dar.

Parameter: Dies sind Platzhalter für Werte, die Sie für eine bestimmte Analyse ändern können. Alle verfügen über einen sinnvollen Standardwert, der nach Bedarf vom Benutzer dynamisch außer Kraft gesetzt werden kann, ohne dass das Netzwerk-Dataset neu erstellt werden muss.

Weitere Informationen zu Parametern

Evaluatoren: Für jedes im Netzwerk definierte Attribut müssen Werte für jede zum Netzwerk gehörende Quelle und Richtung (entlang und gegen Kanten) angegeben werden. Ein Evaluator weist Werte für die Attribute der einzelnen Quellen und Reiserichtungen zu. Ein Standard-Evaluator für ein Element wird für Quellen und Richtungen verwendet, denen kein Evaluator für ein Attribut zugewiesen ist.

Weitere Informationen zu Evaluatoren

Hinweis:

Für das Bearbeiten von Netzwerkattributen in einem Netzwerk-Dataset wird die Verwendung eines Projekts empfohlen, das keine Layer umfasst, von denen das Netzwerk-Dataset verwendet wird. Wenn das Projekt Layer umfasst, von denen das Netzwerk-Dataset verwendet wird, werden manche Bearbeitungen im Dialogfeld "Eigenschaften: Netzwerk-Dataset" möglicherweise gesperrt. Daher wird empfohlen, ein leeres Projekt zu erstellen, eine Verbindung zu der Geodatabase hinzuzufügen, die das Netzwerk-Dataset enthält, und in diesem Projekt die Bearbeitungen durchzuführen. Wenn die Layer, von denen dieses Netzwerk-Dataset verwendet wird, in einer ArcGIS Pro-Sitzung geöffnet werden, können Sie keine Kosten- oder Restriktionsattribute hinzufügen, löschen oder umbenennen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Aktualisierungen des Schemas des Netzwerk-Datasets erfolgreich durchgeführt werden und die Layer, von denen es verwendet wird, beim Öffnen ordnungsgemäß initialisiert werden.