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Sichten in einer Enterprise-Geodatabase

Sie können die folgenden Typen von Sichten in einer Enterprise-Geodatabase verwenden:

Datenbanksichten

Bei Datenbanksichten handelt es sich um gespeicherte Abfragen, mit denen Daten aus bestimmten Tabellen ausgewählt werden. Sie können Sichten auf Datenbank- oder Enterprise-Geodatabase-Tabellen definieren, die nicht als versioniert registriert sind. Im Zusammenhang mit Enterprise-Geodatabases können Datenbanksichten für eine einzelne nicht versionierte Tabelle oder zwischen zwei nicht versionierten Tabellen definiert werden. Sie können auch komplexere Sichten erstellen, die Unterabfragen enthalten.

In ArcGIS verwendete Sichten können nur eine räumliche Spalte enthalten. Ist eine räumliche Spalte enthalten, können diese Sichten als räumliche Sichten bezeichnet werden. Wenn Sie eine räumliche Sicht erstellen, muss die eingefügte ObjectID-Spalte aus derselben Tabelle stammen wie die räumliche Spalte. Wenn Sie die ObjectID aus der Feature-Class nicht einbeziehen, verletzt dies die eindeutige Beziehung zwischen ObjectID und Shape-Spalte und führt zu ungenauen Ergebnissen beim Abfragen oder beim Rendering der Sicht in ArcGIS.

Sie können Datenbanksichten nicht über ArcGIS-Clients oder -Services bearbeiten.

Einige Gründe für die Verwendung von Datenbanksichten:

  • Mit Sichten können Teilmengen von Zeilen oder Spalten in einem vordefinierten Format bereitgestellt werden. Dies reduziert die von der Datenbank zum Client übertragene Datenmenge, wodurch die Performance verbessert wird.
  • Häufig verwendete Abfragen können in der Datenbank festgeschrieben und für mehrere Benutzer verfügbar gemacht werden. Auf diese Weise müssen Benutzer weniger eigene komplexe Abfragen erstellen.
  • In Sichten können Daten aus verschiedenen Tabellen oder anderen Sichten zusammengeführt werden.
  • Sie können Funktionen zur Zusammenfassung von Daten in Sichten verwenden. Dies reduziert ebenfalls die von der Datenbank zum Client übertragene Datenmenge, wodurch die Performance verbessert wird.
  • Sie können Benutzern select-Berechtigungen für Sichten auf die gleiche Weise wie für Tabellen erteilen. So können Sie mit Sichten außerdem den Zugriff auf Zeilen und Spalten in Tabellen steuern.
  • Sie können eine Feature-Class mit einer nicht räumlichen Tabelle verbinden, wenn Sie eine Sicht definieren und dabei die Spalten aus beiden kombinieren.
  • ArcGIS kann nur mit Tabellen arbeiten, die eine räumliche Spalte enthalten. Zur Verwendung einer räumlichen Tabelle, die mehrere räumliche Spalten enthält, können Sie eine räumliche Sicht der Tabelle erstellen, die nur eine räumliche Spalte aus der Tabelle enthält.
  • ArcGIS kann nur mit Tabellen arbeiten, die einen Raumbezug verwenden. Falls Ihre Tabelle mehrere Raumbezüge verwendet, können Sie eine Sicht erstellen, die nur die Datensätze beinhaltet, die denselben Raumbezug verwenden.

Sie können das Geoverarbeitungswerkzeug Datenbanksicht erstellen oder das Kontextmenü der Datenbank in ArcGIS Desktop verwenden, um eine Datenbanksicht zu erstellen. Sie haben auch die Möglichkeit, das native SQL Ihres Datenbankmanagementsystems (DBMS) zu verwenden.

Zum Erstellen einer Sicht müssen den Benutzern spezifische Datenbankberechtigungen zugewiesen sein: In Oracle- oder Microsoft SQL Server-Datenbanken müssen ihnen z. B. create view-Berechtigungen erteilt werden. Wenn Sie eine Sicht für eine Feature-Class oder Tabelle erstellen, deren Besitzer nicht Sie sind, können Sie bei einigen Datenbankmanagementsystemen (DBMS) anderen Benutzern nur Rechte für die Sicht erteilen, wenn Ihnen vom Besitzer der zugrunde liegenden Tabellen entsprechende Berechtigungen erteilt wurden.

Beim Umgang mit Datenbanksichten ist Folgendes zu beachten:

  • Sichten sind Objekte in der Datenbank und nicht in der Geodatabase registriert, selbst wenn Sie sie mithilfe des Werkzeugs Datenbanksicht erstellen für Geodatabase-Tabellen definieren.
  • Änderungen, die am Schema der zugrunde liegenden Tabelle(n) vorgenommen werden, werden in der Sicht nicht wiedergegeben. Wenn Sie zusätzliche Spalten in eine Sicht einbeziehen möchten, müssen Sie die Sicht hierzu entsprechend neu definieren.
    Vorsicht:

    Wenn Sie von ArcGIS erstellte Sichten ersetzen, indem Sie eine bestehende Sicht mit SQL oder anderen Datenbankwerkzeugen ändern, übernehmen Sie nicht nur die Verantwortung für die Richtigkeit und Effizienz der Abfrage, sondern auch für ihre Relevanz und Eignung für ArcGIS-Clients. Bei der Erstellung von Eins-zu-viele-Sichten mit Feature-Classes können z. B. doppelte ObjectIDs entstehen. Dies würde zu einem unerwarteten Verhalten in Anwendungen wie ArcMap und ArcGIS Pro sowie in Web-Services führen, da die ObjectIDs stets eindeutig sein müssen.

  • Es ist nicht möglich, Daten über eine Datenbanksicht in ArcGIS Desktop oder einen ArcGIS-Feature-Service zu bearbeiten.
  • Wenn Sie eine Sicht für eine Geodatabase-Tabelle oder Feature-Class erstellen, für die die traditionelle Versionierung verwendet wird, werden nur die Daten in der Basistabelle angezeigt, nicht jedoch die Änderungen in den Delta-Tabellen. Um die Änderungen über ArcGIS-Clients in einer Sicht anzuzeigen, müssen Sie die Änderungen in der Default-Version abgleichen und veröffentlichen sowie die Geodatabase komprimieren.
  • Soll Ihre Sichtdefinition eine räumliche Spalte enthalten, muss diese Spalte den SQL-Geometriedatentyp aufweisen. Außerdem darf die Feature-Class, aus der die räumliche Spalte stammt, nicht als versioniert registriert sein, und Sie müssen die Objekt-ID der Feature-Class, die die räumliche Spalte in der Sichtdefinition enthält, ebenfalls einbeziehen.

In der Geodatabase registrierte Sichten

Wenn Ihre Datenbank eine Geodatabase enthält, können Sie zum Erstellen einer Datenbank-Sicht das Werkzeug Datenbanksicht erstellen oder SQL verwenden und diese Sicht mit dem Geoverarbeitungswerkzeug In Geodatabase registrieren in der Geodatabase registrieren.

Die Registrierung einer Sicht in der Geodatabase ist u. a. aus folgenden Gründen erforderlich:

  • Wenn Sie eine Sicht in der Geodatabase registrieren, werden Informationen über die Sicht in Geodatabase-Systemtabellen gespeichert. Dies ist beim Registrieren einer räumlichen Sicht in der Geodatabase besonders hilfreich, da hierbei der Geometrietyp, der Raumbezug und die räumliche Ausdehnung gespeichert werden, wodurch sich die Performance beim Hinzufügen der räumlichen Sicht zu einer Karte verbessert.
  • Wenn Sie der Besitzer der Sichten sind, können Sie für Sichten, die in der Geodatabase registriert sind, Metadaten festlegen.
  • Sie können eine registrierte Sicht in einem Feature-Service, der nur Abfragezwecken dient, veröffentlichen.

Der zu erstellenden Sicht können Sie eine einzelne räumliche Spalte hinzufügen, wenn Ihre Feature-Class einen SQL-Geometrietyp verwendet und die Feature-Class nicht als versioniert registriert ist. Um eine räumliche Sicht zu erstellen, fügen Sie die räumliche Spalte und die ObjectID der Feature-Class in die Sichtdefinition ein und registrieren sie anschließend.

In der Geodatabase registrierte Sichten können nicht über ArcGIS-Clients oder -Services bearbeitet werden.