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Geodatabase-Verwaltung mit Geoverarbeitungswerkzeugen

Parallel zur Bearbeitung von geographischen Datasets und Versionen sollten regelmäßig bestimmte Verwaltungsaufgaben ausgeführt werden, um die zugrunde liegenden Geodatabase-Tabellen entsprechend zu aktualisieren. Mit den Geoverarbeitungswerkzeugen in diesem Thema können Sie Ihre Geodatabase pflegen und die allgemeine Performance Ihres Systems verbessern.

Erteilen oder Widerrufen von Dataset-Berechtigungen

Wenn Sie möchten, dass andere Datenbankbenutzer die Inhalte beliebiger Daten in einer Datenbank anzeigen oder ändern können, müssen Sie ihnen die Berechtigung dazu erteilen.

Mit dem Werkzeug Berechtigungen ändern können Sie festlegen, welche Berechtigungen ein Benutzer oder eine Gruppe für ein bestimmtes Dataset hat.

Sie können lediglich SELECT-Berechtigungen zuweisen, d. h., dass der Benutzer den Inhalt eines Datasets lesen und auswählen, jedoch nicht ändern kann. Sie können auch Berechtigungen zum Aktualisieren, Einfügen und Löschen gewähren, sodass der Benutzer den Inhalt eines Datasets sowohl lesen als auch ändern kann.

  1. Öffnen Sie den Bereich Geoverarbeitung, indem Sie auf die Schaltfläche Werkzeuge auf der Registerkarte Analyse klicken.
  2. Suchen Sie nach dem Werkzeug Berechtigungen ändern.

    Dieses Werkzeug befindet sich im Toolset Geodatabase-Verwaltung der Toolbox Data Management.

  3. Navigieren Sie im Werkzeugdialogfeld zu der Datenbankverbindung, und wählen Sie die Datasets aus, deren Berechtigungen Sie ändern möchten.
  4. Geben Sie den Namen des Benutzers oder der Gruppe ein, dessen oder deren Berechtigungen Sie ändern möchten.
  5. Verwenden Sie die Dropdown-Listen Anzeigen und Bearbeiten, um die Berechtigungen auszuwählen, die Sie dem angegebenen Benutzer bzw. der Gruppe gewähren möchten:

    Sie müssen Anzeigeberechtigungen erteilen, wenn Sie Bearbeitungsberechtigungen zuweisen.

  6. Klicken Sie auf Ausführen, um das Werkzeug auszuführen.

Aktualisieren von Statistiken für ein Dataset

Das Geoverarbeitungswerkzeug Datasets analysieren (im Toolset "Geodatabase-Verwaltung" der Toolbox "Data Management") kann zum Aktualisieren der Statistiken in den Business-Tabellen, Delta-Tabellen und historischen Archivtabellen von Datasets und der Statistiken zu den Indizes, die mit diesen Tabellen verknüpft sind, verwendet werden.

Wenn Sie die Statistiken für ein Feature-Dataset aktualisieren, werden die Statistiken für alle Feature-Classes in diesem Feature-Dataset aktualisiert.

Sie sollten Statistiken nach einer Komprimierung und nach dem Importieren, Laden oder Kopieren von Daten in eine Enterprise-Geodatabase aktualisieren.

Das Geoverarbeitungswerkzeug Datasets analysieren zeigt eine Liste der Datasets an, die Ihnen gehören, und kann daher zum Analysieren der Datenbank verwendet werden, die als Eingabe-Database festgelegt ist.

Als Datenbesitzer haben Sie drei Optionen, um die Tabellen und die Feature-Classes anzugeben, die Sie aus der Liste Zu analysierende Datasets des Werkzeugs Datasets analysieren ausgewählt haben:

  • Basistabellen: Die Basistabelle (oder Business-Tabelle) ist die Tabelle, in der all Ihre Attribute gespeichert werden. Wenn Sie diese Option auswählen, wird die Statistik zur Basistabelle für jedes Dataset aktualisiert.
  • Delta-Tabellen: Delta-Tabellen sind die Tabellen mit Hinzufügungen und Löschungen bei versionierten Datasets. Wenn Sie diese Option auswählen, wird die Statistik zu den Delta-Tabellen für versionierte Dataset aktualisiert.
  • Archivtabellen: Wenn Sie die Archivierung für eine Feature-Class oder Tabelle aktivieren, wird eine Archivtabelle zum Speichern eines Zeitstempels für den Zeitpunkt der Speicherung der Änderungen an dieser Klasse erstellt. Wenn Sie diese Option auswählen, wird die Statistik auf der Archivklasse für Feature-Classes oder Tabellen mit aktivierter Archivierung aktualisiert.

Wenn Sie als Geodatabase-Administrator eine Verbindung zur Geodatabase herstellen, können Sie Statistiken auch in den Geodatabase-Systemtabellen aktualisieren.

Mit dem Werkzeug Datasets analysieren können Sie auch Statistiken für Datenbanktabellen aktualisieren. In diesem Fall sind die Geodatabase-spezifischen Optionen im Werkzeug deaktiviert. Die Statistiken werden nur für die zu analysierenden Datasets aktualisiert.

Um das Werkzeug Datasets analysieren zu öffnen und Dataset-Statistiken zu aktualisieren, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Stellen Sie als Besitzer der Daten, für die die Statistik aktualisiert werden soll, eine Verbindung mit der Datenbank her.
  2. Öffnen Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Datasets analysieren.

    Suchen Sie das Werkzeug mithilfe des Fensters Suchen im Bereich Geoverarbeitung, und öffnen Sie es, oder navigieren Sie im Toolset "Geodatabase-Verwaltung" in der Toolbox "Data Management" zu dem Werkzeug.

  3. Verwenden Sie die Datenbankverbindungsdatei, die Sie in Schritt 1 erstellt haben, als Eingabe-Workspace.
  4. Wählen Sie aus der Liste Zu analysierende Datasets die Tabellen, Feature-Classes, Feature-Datasets, Raster-Datasets oder Mosaik-Datasets aus, deren Statistik aktualisiert werden soll.
  5. Klicken Sie außerhalb des Feldes Zu analysierende Datasets, um den Fokus für das Werkzeug zu ändern.
  6. Überprüfen Sie, für welche Tabelle Sie die Statistik für dieses Dataset aktualisieren möchten: die Basistabelle, Delta-Tabellen oder Archivtabellen. Deaktivieren Sie die Tabellen, die zu diesem Zeitpunkt nicht analysiert werden sollen.

    Wenn Sie nicht sicher sind, welche Tabellen analysiert werden sollen, können Sie alle drei Optionen aktiviert lassen (wenn Sie z. B. nicht wissen, ob eine Feature-Class versioniert oder für die Archivierung ausgewählt ist). Das Werkzeug wird nicht fehlschlagen, wenn die Tabellen nicht vorhanden sind.

  7. Klicken Sie auf Ausführen, um das Werkzeug auszuführen.

Neuerstellen von Dataset-Indizes

Indizes können bei einzelnen Feldern oder einer Reihe von Feldern vorhanden sein. Da Datasets in einer Geodatabase im Laufe der Zeit bearbeitet werden, müssen die Indizes für eine optimale Leistung möglicherweise neu erstellt werden. Das Neuerstellen von Indizes dieser Datasets kann die Indexeffizienz verbessern.

Das Geoverarbeitungswerkzeug Indizes neu erstellen können Sie verwenden, um Indizes von Datasets in einer Geodatabase neu zu erstellen. Der Eigentümer der Daten kann dieses Werkzeug verwenden, um sowohl Attributindizes als auch räumliche Indizes für ein Dataset oder für viele verschiedene Datasets auf einmal neu zu erstellen.

Wenn die Tabelle oder Feature-Class als versioniert registriert ist, kann der Datenbesitzer Indizes für die Basis- und Delta-Tabellen oder nur für die Delta-Tabelle neu erstellen. Sie können Indizes nur für die Delta-Tabellen erstellen, wenn Sie eine große Datenmenge in die Tabelle oder Feature-Class geladen bzw. gelöscht oder bearbeitet haben und die Änderungen mehrere Tage in den Delta-Tabellen (nicht komprimiert) bleiben sollen.

Beim Neuerstellen von Indizes für ein Feature-Dataset werden Indizes aller Feature-Classes und anderer Klassen in diesem Feature-Dataset neu erstellt. Wenn das Feature-Dataset eine Topologie enthält, wird die Topologie ebenfalls aktualisiert.

Das Werkzeug weist auch eine Option zum Neuerstellen der Indizes für die Geodatabase-Systemtabellen auf, die nur vom Geodatabase-Administrator verwendet werden kann.

Gehen Sie wie folgt vor, um mit dem Werkzeug Indizes neu erstellen Indizes zu Datasets neu zu erstellen:

  1. Stellen Sie eine Verbindung mit der Enterprise-Geodatabase her, in der die Daten enthalten sind, die Sie besitzen und für die Indizes neu erstellt werden sollen.
  2. Öffnen Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Indizes neu erstellen.

    Dieses Werkzeug befindet sich im Toolset "Geodatabase-Verwaltung" der Toolbox "Data Management".

  3. Verwenden Sie als Eingabe-Datenbankverbindung die Verbindung, die Sie in Schritt 1 erstellt haben.
  4. Aktivieren Sie die Kontrollkästchen neben den Datasets, für die Sie Indizes neu erstellen möchten.
  5. Wenn Sie nur Indizes bei den Delta-Tabellen des ausgewählten Datasets neu erstellen möchten, klicken Sie außerhalb der Dataset-Liste, und aktivieren Sie die Option Nur Delta-Tabellen neu erstellen. Dies ist die Standardoption für dieses Werkzeug. Wenn Sie sie aktivieren, werden die Basistabellen ausgeschlossen. Wenn die Indizes sowohl für die Basis- als auch für die Delta-Tabellen erstellt werden sollen, müssen Sie diese Option deaktivieren.
  6. Klicken Sie auf Ausführen, um das Werkzeug auszuführen.

Komprimieren einer versionierten Geodatabase

Wenn eine versionierte Geodatabase über einen Zeitraum hinweg bearbeitet wird, erhöhen sich die Größe der Delta-Tabellen und die Anzahl der States. Je umfangreicher die Tabellen und je zahlreicher die Zustände sind, desto mehr Daten müssen von ArcGIS jedes Mal verarbeitet werden, wenn Sie ein als versioniert registriertes Dataset anzeigen oder abfragen. Die größten Auswirkungen auf die Performance hat daher nicht die Anzahl der Versionen, sondern der Umfang der Änderungen in den Delta-Tabellen für jede Version. Im Ergebnis können die Versionen unterschiedliche Zeiten für die Reaktion auf Abfragen aufweisen.

Hinweis:

Dieses Werkzeug ist für Geodatabases gedacht, die traditionelle Versionen oder als versioniert registrierte Datasets mit der Option zum Verschieben von Änderungen in die Basistabelle enthalten. In Geodatabases, die nur als nach Verzweigung versioniert registrierte Datasets enthalten, braucht die Komprimierung nicht ausgeführt zu werden. Da beim Modell der Verzweigungsversionierung weder Delta-Tabellen noch Versionszustände wie bei der traditionellen Versionierung verwendet werden, braucht die Komprimierung nicht ausgeführt zu werden.

Um die Datenbank-Performance aufrechtzuerhalten, muss der Geodatabase-Administrator in regelmäßigen Abständen das Werkzeug Komprimieren ausführen, um nicht verwendete Statuswerte und Daten zu entfernen. Komprimierungsvorgänge dürfen nur von Geodatabase-Administratoren ausgeführt werden. Bei der Komprimierung werden zwei grundlegende Tasks ausgeführt:

  • Entfernt nicht referenzierte States und deren zugeordnete Zeilen in den Delta-Tabellen.
  • Verschiebt Einträge in den Delta-Tabellen, die für alle Versionen gleich sind, in die Basistabellen. Dies reduziert die Datenmenge, die die Datenbank für die einzelnen Versionsabfragen durchsuchen muss, und verbessert somit die Abfrage-Performance sowie die Reaktionszeit des Systems.

Wenn sich eine große Menge nicht komprimierter Änderungen angesammelt hat, kann die Komprimierung der Datenbank Stunden in Anspruch nehmen. Um dies zu vermeiden, führen Sie die Komprimierung regelmäßig aus. Es empfiehlt sich, die Komprimierung am Ende jedes Tages oder nach einer Zeit hoher Datenbankaktivität, z. B. nach dem Laden von Daten, auszuführen.

Während eines Komprimierungsvorgangs können Benutzer mit der Geodatabase verbunden bleiben. Wenn ein Benutzer eine Version bearbeitet, wird eine Statussperre erstellt und die Version wird bei der Komprimierung nicht berücksichtigt. Daher sollten alle Benutzer ihre Verbindung vor dem Start unterbrechen, sodass der gesamte State Tree komprimiert werden kann.

Sie können einen Komprimierungsvorgang bei Bedarf jederzeit beenden, bevor er abgeschlossen ist. Die Datenbank weist in diesem Fall keinen inkonsistenten State auf. Sie können die Komprimierung später fortsetzen.

Es ist wichtig, die Statistiken für jede versionierte Feature-Class und Tabelle in der Geodatabase nach der Komprimierung zu aktualisieren. Nach Änderungen und einer Datenbankkomprimierung entsprechen die Datenbankstatistiken nicht mehr dem tatsächlichen Stand. Dies beeinträchtigt die Abfrage-Performance. Einzelne Datenbesitzer können die Statistik ihrer Feature-Classes und -Tabellen aktualisieren, indem Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Datasets analysieren verwenden.

Gehen Sie zum Ausführen eines Komprimierungsvorgangs mit dem Werkzeug Komprimieren folgendermaßen vor:

  1. Stellen Sie als Geodatabase-Administrator eine Verbindung mit der Enterprise-Geodatabase her.
  2. Öffnen Sie das Geoverarbeitungswerkzeug Komprimieren.

    Dieses Werkzeug befindet sich im Toolset "Geodatabase-Verwaltung" der Toolbox "Data Management".

  3. Verwenden Sie als Eingabe-Datenbankverbindung die Verbindung, die Sie in Schritt 1 erstellt haben.
  4. Klicken Sie auf Ausführen, um das Werkzeug auszuführen.