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Abgleichen und Zurückschreiben von Änderungen an einer Version

Während Änderungen an den Versionen in einer Versionsstruktur vorgenommen werden, beginnen die Versionen, sich zu unterscheiden. Das Abrufen aller Änderungen aus einer Vorgängerversion und das Zusammenführen von Änderungen aus Ihrer Version in dieser Version wird als Abgleichen und Zurückschreiben bezeichnet. Sobald Sie die Bearbeitung einer Version abgeschlossen haben, können Sie die vorgenommenen Änderungen in einer anderen Version zusammenführen. Bei Verzweigungsversionierung erfolgt das Abgleichen und Zurückschreiben immer anhand der Default-Version. Bei traditioneller Versionierung können Sie die Änderungen in jeder Version, die die Vorgängerversion dieser Version ist, zusammenführen, z. B. der Parent- oder Default-Version.

Nachdem Sie mit der Bearbeitung Ihrer Version begonnen haben, wurde die Vorgängerversion möglicherweise von anderen Benutzern auf eine Weise geändert, die mit Ihren Änderungen in Konflikt steht. Beim Abgleichen Ihrer Änderungen mit der Zielversion werden diese Konflikte erkannt.

Wenn Konflikte bestehen, löst ArcGIS Pro diese je nach gewählter Einstellung zunächst zugunsten der Versionsrepräsentation, die Sie bearbeiten, oder in der Zielversion. Nachdem die Konflikte zunächst gelöst wurden, können Sie diese einzeln überprüfen und bei Bedarf Änderungen vornehmen. Wenn z. B. ein Konflikt zugunsten der Editierversion gelöst wurde, können Sie diese Fassung durch die Fassung in der Zielversion ersetzen oder sogar mit den Editierwerkzeugen ändern.

Beim Abgleich wird nur die Editierversion aktualisiert, sodass von ArcGIS Pro eine Überprüfung auf Konflikte erfolgen kann. Die Änderungen werden nicht in der Vorgängerversion zusammengeführt. Nachdem Sie den Abgleich und die Überprüfung aller Konflikte fertig gestellt haben, können Sie die Zusammenführung abschließen, indem Sie Ihre Änderungen in die Vorgängerversion zurückschreiben.

Hinweis:
In diesem Thema wird das Abgleichen und Zurückschreiben mit der Registerkarte Versionierung beschrieben. Sie können Versionen auch mit dem Geoverarbeitungswerkzeug Versionen abgleichen und der Schaltfläche Abgleichen/Zurückschreiben Abgleichen und Zurückschreiben auf der Registerkarte Versionen abgleichen und zurückschreiben, wenn die Ansicht Versionen angezeigt wird.

Abgleichvorgang - Traditionelle Versionen

Um bei traditioneller Versionierung Ihre Änderungen mit einer Vorgängerversion abzugleichen, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen der einzige Benutzer sein, der aktuell die traditionelle Version bearbeitet, die Sie abgleichen.
  • Die Zielversion darf von keinem anderen Benutzer bearbeitet werden. Eine Ausnahme besteht, wenn die Zielversion die Default-Version ist. Sie können einen Abgleich gegen die Default-Version nur dann ausführen, wenn sie von anderen Benutzern bearbeitet wird.
  • Sie müssen die Zielversion anzeigen können, d. h. sie kann öffentlich oder geschützt sein. Wenn sie privat ist, müssen Sie der Versionsbesitzer oder der Geodatabase-Administrator sein.
  • Wenn Ihr Workflow so aussieht, dass ein Benutzer Änderungen vornimmt und ein anderer den Abgleich ausführt, müssen Sie sicherstellen, dass dem Benutzer, der den Abgleich ausführt, alle Berechtigungen für alle Feature-Classes und -Tabellen zugewiesen sind, die in der Version geändert wurden. Andernfalls kann der Benutzer keinen Abgleich vornehmen. Der Benutzer, der den Abgleich ausführt, muss volle Berechtigungen für beide Seiten jeder Beziehung aufweisen, die geändert wurde, darunter grundlegende oder abhängige Beziehungen. Bei diesem Typ von Workflow muss der Benutzer, der den Abgleich ausführt, ebenfalls über ausreichende Versionsberechtigungen verfügen. Der Benutzer, der den Abgleich ausführt, muss die abzugleichende Version ändern können, d. h. sie muss öffentlich sein. Außerdem muss er die Zielversion anzeigen können, d. h. der Benutzer muss die Version besitzen oder sie muss öffentlich oder geschützt sein.

Um den Abgleichvorgang zu starten, klicken Sie auf der Registerkarte Versionierung in der Gruppe Versionierung auf Abgleichen.

Wenn das Dialogfeld Abgleichen angezeigt wird, geben Sie die folgenden Informationen ein:

  • Die Zielversion
  • Definition von Konflikten – Sie haben die folgenden Möglichkeiten:

    Konflikte auf dieser Ebene definierenUm diese Fälle zu erkennen

    Zeile (nach Objekt)

    Ein zweiter Benutzer bearbeitet die gleiche Zeile oder das gleiche Feature bzw. topologisch verknüpfte Features auf die gleiche Weise wie Sie. Der Konflikt tritt selbst dann auf, wenn Sie unterschiedliche Attribute bearbeitet haben.

    Spalte (nach Attribut)

    Ein zweiter Benutzer bearbeitet das gleiche Attribut eines Features oder einer Tabelle. Dies ist die Standardeinstellung.

    Optionen zum Definieren eines Konflikts

  • Wie ArcGIS Pro Konflikte zunächst lösen soll: zugunsten der Version, die Sie bearbeiten (als Editierversion bezeichnet), oder zugunsten der Zielversion. Wenn Sie eine Lösung zugunsten der Zielversion auswählen, werden alle in Konflikt stehenden Features in der aktuellen Editiersitzung durch ihre Repräsentationen in der Zielversion ersetzt. Wenn mehrere Benutzer dieselbe Version bearbeiten und Konflikte erkannt werden, wird die Repräsentation in der Editiersitzung durch das zuerst gespeicherte Feature ersetzt. Wenn Sie Konflikte zugunsten der Editierversion lösen, haben alle in Konflikt stehenden Features in der aktuellen Editiersitzung Vorrang über die entsprechenden Repräsentationen in der Zielversion.
Hinweis:

Ein Abgleichvorgang kann nicht mit einem "Rückgängig"-Vorgang rückgängig gemacht werden. Um einen Abgleich rückgängig zu machen, müssen Sie lediglich die Änderungen verwerfen, ohne sie zu speichern.

Gehen Sie wie folgt vor, um Änderungen an Ihrer traditionellen Version mit einer Vorgängerversion abzugleichen:

  1. Klicken Sie auf der Registerkarte Versionierung in der Gruppe Versionierung auf Abgleichen.

    Das Dialogfeld Abgleichen wird angezeigt.

  2. Wählen Sie die Zielversion aus.
  3. Geben Sie an, wie die Konflikte definiert werden sollen.
  4. Geben Sie an, ob alle Konflikte zugunsten der Editierversion oder einer anderen Zielversion gelöst werden sollen.

    Wenn Sie eine Lösung zugunsten der Zielversion auswählen, werden alle in Konflikt stehenden Features in der aktuellen Editiersitzung durch ihre Repräsentationen in der Zielversion ersetzt. Wenn mehrere Benutzer dieselbe Version bearbeiten und Konflikte erkannt werden, wird die Repräsentation in der Editiersitzung durch das zuerst gespeicherte Feature ersetzt. Wenn Sie Konflikte zugunsten der Editierversion lösen, haben alle in Konflikt stehenden Features in der aktuellen Sitzung Vorrang vor der entsprechenden Zielversionsrepräsentation.

  5. Klicken Sie auf OK.

Abgleichvorgang - Verzweigungsversionierung

Wenn Sie in einer Verzweigungsversion arbeiten, werden beim Abgleichen mit der Default-Version Änderungen zwischen ihr und der benannten Version, mit der Sie aktuell verbunden sind, erkannt. Bei Verzweigungsversionierung können Sie nur mit der Default-Version abgleichen. Mit einer anderen benannten Version können Sie nicht abgleichen.

Verzweigungsversionen: Greifen Sie zum Verwalten von Verzweigungsversionen über Ihre ArcGIS Enterprise-Portal-Verbindung auf den Web-Feature-Layer zu. Für den zugrunde liegenden Feature-Service des Web-Feature-Layers muss die Funktion Versionsverwaltung aktiviert sein. Versionsbesitz und -zugriff basieren auf dem Portal-Benutzer.

  • Der verbundene Portal-Benutzer kann seine eigenen Verzweigungsversionen sowie alle öffentlichen und geschützten Versionen anzeigen.
  • Der verbundene Portal-Benutzer kann seine eigenen Verzweigungsversionen verwalten.
  • Die folgenden Portal-Benutzer können alle Verzweigungsversionen für den Web-Feature-Layer anzeigen und verwalten:
    • Der Besitzer des Feature-Layers
    • Der Portal-Administrator

    Detailinformationen:
    Wenn Sie für den Zugriff auf eine Geodatabase mit Verzweigungsversionen eine Datenbankverbindung verwenden und die Verbindung als Geodatabase-Administrator herstellen, wird die Ansicht Versionen nicht gefiltert und es werden alle Verzweigungsversionen angezeigt.

Beim Zugriff auf Datenquellen, die nach Verzweigung versioniert sind, als Web-Feature-Layer können die Werkzeuge Abgleichen und Zurückschreiben verwendet werden. Um den Abgleichvorgang zu starten, klicken Sie auf der Registerkarte Versionierung auf die Schaltfläche Abgleichen. Das Dialogfeld Abgleichen wird angezeigt. Beim Abgleichen von Versionen für nach Verzweigung versionierte Datasets werden die folgenden Bedingungen verwendet:

  • Konflikte werden zugunsten der Editierversion gelöst.
  • Konflikte werden nach Objekt auf Zeilenebene definiert.

"Rückgängig" oder "Verwerfen" kann nicht verwendet werden, um Änderungen für nach Verzweigung versionierte Daten zurückzusetzen, die nach einem abgeschlossenen Abgleich vorgenommen wurden. Vorhandene Konflikte können Sie sich im Konflikt-Manager näher ansehen.

Überprüfen von Konflikten mit dem Versions-Konflikt-Manager

Wenn bei einem Abgleich Konflikte festgestellt werden, können Sie diese im interaktiven Dialogfeld Konflikt-Manager überprüfen. Dieses enthält alle Klassen sowie die jeweiligen Features oder Zeilen, die in Konflikt stehen. Weiterhin können Sie auch wie folgt vorgehen:

  • Ermitteln der in Konflikt stehenden Felder oder Zeilen
  • Anzeigen von Konflikten
  • Markieren von Konflikten als überprüft oder als nicht überprüft.
  • Lösen von Konflikten durch Festlegen der Repräsentation, mit der Features oder Attribute ersetzt werden sollen

Konflikte treten in folgenden Fällen auf:

  • In der derzeit bearbeiteten Version und in der Zielversion wird dasselbe Feature aktualisiert.
  • Ein einzelnes Feature wird in einer Version aktualisiert und in einer anderen gelöscht.
  • Ein topologisch in Beziehung stehendes Feature bzw. eine Beziehungsklasse wird in der derzeit bearbeiteten Version und in der Zielversion geändert.

Wenn in einer traditionellen Version Konflikte bestehen, löst ArcGIS Pro diese je nach gewählter Einstellung zugunsten der Repräsentation in der Editierversion oder in der Zielversion. In einer Verzweigungsversion werden Konflikte immer zugunsten der Editierversion gelöst. Nachdem die Konflikte gelöst sind, können Sie diese einzeln überprüfen und bei Bedarf Änderungen vornehmen. Wenn z. B. ein Konflikt zugunsten der Editierversion gelöst wurde, können Sie diese Fassung durch die Fassung in der Zielversion ersetzen oder mit den Editierwerkzeugen auf andere Weise ändern.

Bei Verzweigungsversionierung werden Konflikte in einer systemeigenen Tabelle des Namens GDB_CONFLICTS gespeichert. Dadurch können Sie Konflikte über mehrere Editiersitzungen hinweg verwalten, also Konflikte überprüfen und lösen, wenn Sie die Arbeit unterbrechen und später wieder aufnehmen möchten. Ein zweiter Abgleichvorgang bereinigt dann die Tabelle der Konflikte und füllt sie mit den Konflikten, die seit dem letzten Abgleich neu aufgetreten sind. Das bedeutet, dass Ihr Verlauf der Konfliktlösungen verloren gehen kann, wenn ein zweiter Abgleich durchgeführt wird.

Ermitteln der in Konflikt stehenden Felder oder Zeilen

Alle in Konflikt stehenden Klassen und Features werden im Listenfeld links oben im Dialogfeld Konflikt-Manager aufgeführt. Dieser Liste können Sie die Gesamtzahl der überprüften Konflikte und die Gesamtzahl der Konflikte in allen Feature-Classes entnehmen. Anfänglich sind diese Zahlen gleich. Im folgenden Beispiel stehen insgesamt zwei Objekte in Konflikt, von denen bisher keines überprüft wurde:

Konflikte (2/2)          

Unter Konflikte finden Sie eine Liste der Feature-Classes, die Konflikte enthalten, jeweils gefolgt von der Anzahl der gesehenen oder ersetzten Konflikte in der Feature-Class und der Anzahl der Konflikte in der Feature-Class. In diesem Beispiel enthalten zwei Feature-Classes jeweils einen Konflikt:

Konflikte (2/2)   sde.RJP.ponds (1/1)  
   sde.RJP.lakes (1/1)

Unter jeder Feature-Class sind die ObjectIDs für die in Konflikt stehenden Features aufgeführt. In diesem Beispiel besteht ein Konflikt für ObjectID 30 in der Teich-Feature-Class und ein Konflikt für ObjectID 11 in der See-Feature-Class:

Konflikte (2/2)   sde.RJP.ponds (1/1)            30     sde.RJP.lakes (1/1)
            11

Keines der Objekte wurde gesehen oder ersetzt. Sie können dies daran erkennen, dass das Verhältnis zwischen überprüften Konflikten und der Gesamtzahl der Konflikte für jede Feature-Class immer noch 2/2 bzw. 1/1 lautet. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass keiner der Konflikte gesehen oder ersetzt wurde, ist die Fettformatierung aller ObjectIDs und Feature-Classes.

Wenn Sie Objekte als überprüft markieren (siehe "Als überprüft markieren" oder "Als nicht überprüft markieren") oder Objekte ersetzen (siehe Konflikte lösen), reduziert sich die erste Zahl in der Klammer. Außerdem wird die überprüfte ObjectID nicht mehr fett formatiert angezeigt. Wenn alle ObjectIDs in einer Feature-Class als überprüft oder ersetzt markiert wurden, wird auch der Feature-Class-Name nicht mehr fett formatiert angezeigt. Wenn Sie im Beispiel zu den Teichen und Seen die ObjectID 30 als überprüft markiert haben, wird im Listenfeld im Dialogfeld Konflikt-Manager Folgendes angezeigt:

Konflikte (2/2)
   sde.RJP.ponds (0/1)
            30 
   sde.RJP.lakes (1/1)
            11

Wenn ein zweites Teich-Feature in Konflikt stehen würde, könnte die Liste folgendermaßen aussehen:

Konflikte (2/3)
   sde.RJP.ponds (1/2)
            5
            30
   sde.RJP.lakes (1/1)
            11

Diese Liste gibt an, dass im Ergebnis des Abgleichvorgangs insgesamt drei Konflikte vorhanden sind und einer der drei Konflikte gesehen oder ersetzt wurde. Die Liste gibt auch an, dass das in Konflikt stehende Feature mit der ObjectID 30 überprüft oder ersetzt wurde und dieses Feature der Teich-Feature-Class angehört.

Wenn Sie ein einzelnes Feature in der Liste auswählen, werden in der Liste auf der rechten Seite des Dialogfeldes Konflikt-Manager die Spalten und Attribute in der Version vor dem Abgleich, der Konfliktversion und der gemeinsamen Vorgängerversion des Features angezeigt.

  • Die Version vor dem Abgleich stellt die von Ihnen vorgenommenen Änderungen am Feature und an den Attributen dar.
  • Die Konfliktversion stellt das Feature und dessen Attribute in der von einem anderen Benutzer bearbeiteten und abgeglichenen Version dar.
  • Die gemeinsame Vorgängerversion ist die Repräsentation des Features und der zugehörigen Attribute in deren Zustand in der Datenbank. Dies entspricht dem Zustand des Features und der Attribute vor sämtlichen Änderungen.

Ein orangefarbener Indikator links neben der Zeile gibt einen Konflikt an. Wenn beispielsweise die Geometrie des Features in verschiedenen Versionen bearbeitet wurde, wird ein roter Punkt neben dem Feld "Shape" angezeigt.

Verwenden des Dialogfeldes "Konflikt-Manager"

Wenn andere Attributfelder in Konflikt stehen, wird links neben der Zeile ein orangefarbener Indikator angezeigt. Wenn ein Feature in einer der Versionen gelöscht wurde, wird <gelöscht> als Attributwert dieser Version angezeigt.

Wurden Features in die Child-Version eingefügt und haben sie zu einem Konflikt geführt, dann wird in der Zielversion und der Version Gemeinsamer Vorgänger <Nicht vorhanden> angezeigt.

Mit den beiden Schaltflächen am unteren Rand des Dialogfeldes können Sie entweder alle Felder einblenden oder nur diejenigen, die miteinander in Konflikt stehen.

Wenn Sie die in Konflikt stehenden Attribute und Werte für alle Repräsentationen eines Features anzeigen, können Sie die Unterschiede zwischen den Attributwerten erkennen und leichter entscheiden, welche Repräsentation der Daten beibehalten werden soll.

Markieren als überprüft oder als nicht überprüft

Nachdem Sie die in Konflikt stehenden Felder oder Zeilen ermittelt haben, können Sie ein Feature als überprüft markieren. Damit geben Sie an, dass Sie den Konflikt überprüft haben, derzeit aber keine Ersetzungsoption auswählen möchten. Sie können verfolgen, welche Features Sie in der Liste überprüft haben, weil die als überprüft markierten Features nicht mehr fett formatiert sind.

Wenn Sie einen Feature-Konflikt später behandeln möchten, können Sie in der Liste Konflikte mit der rechten Maustaste auf die ObjectID und dann auf Als nicht überprüft markieren klicken. Auf diese Weise wird das Feature wieder fett formatiert.

Wenn Sie auf das Kontrollkästchen Überprüfte Konflikte filtern oben im Dialogfeld klicken, können Sie das Dialogfeld so filtern, dass nur die Konflikte, die noch nicht überprüft wurden, angezeigt werden.

Bei Verzweigungsversionierung können Sie auch einen Überprüfungshinweis hinzufügen.

Konflikte lösen

Beim Lösen von Konflikten entscheiden Sie, welche Repräsentation der Features und Attribute Sie beibehalten möchten. Unabhängig von der Version, zugunsten der Sie den Abgleich vornehmen möchten (Ziel- oder Edit-Version), können Sie angeben, welche Repräsentation beibehalten werden soll: die Repräsentation vor dem Abgleich (Repräsentation Ihrer Version vor dem Abgleich), die in Konflikt stehende Repräsentation (durch einen anderen Benutzer geänderte Repräsentation) oder die Repräsentation des gemeinsamen Vorgängers (Repräsentation des Features oder Attributs in der Zielversion).

Für die Konfliktlösung stehen fünf unterschiedliche Ersetzungsoptionen zur Verfügung:

  • Attributersetzung:

    Diese Ersetzung erfolgt auf Feldebene. Wenn Konflikte in Attributen vorliegen, können Sie diesen Attributwert in der aktuellen Version durch den Wert in der Repräsentation vor dem Abgleich, in der Konfliktversion oder in der gemeinsamen Vorgängerversion ersetzen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das in Konflikt stehende Attribut. Klicken Sie dann im Kontextmenü auf die gewünschte Option.

  • Feature-Ersetzung:

    Diese Ersetzung erfolgt auf Zeilenebene. Sie können ein vollständiges Feature durch die Repräsentation des Features in der Version vor dem Abgleich, in der Konfliktversion oder in der gemeinsamen Vorgängerversion ersetzen. Dies bedeutet, dass alle in Konflikt stehenden Felder ersetzt werden.

  • Ersetzung auf Klassenebene:

    Sie können die aktuelle Repräsentation der gesamten Feature-Class durch die Repräsentation Ihrer Version vor dem Abgleich, in der Konfliktversion oder in der gemeinsamen Vorgängerversion ersetzen, um den Konflikt zu lösen. Auf diese Weise werden alle in Konflikt stehenden Features und Attribute auf einmal ersetzt, wodurch Sie in Konflikt stehende Features schnell aktualisieren und ersetzen können. Wenn die Konfliktliste mehrere Features enthält, werden alle durch die ausgewählte Version ersetzt.

    Um eine Ersetzungsoption auf Klassenebene auszuwählen, klicken Sie in der Konfliktliste mit der rechten Maustaste auf den Namen der Feature-Class. Klicken Sie dann auf die Version, die Sie verwenden möchten.

  • Vollständige Ersetzung:

    Dies ist die Ersetzung auf Stammebene Mit dieser Ersetzungsoption werden sämtliche in Konflikt stehenden Features und Feature-Classes in der Liste durch die angegebene Repräsentation ersetzt. Wenn mehrere Feature-Classes und mehrere Objekte in Konflikt stehen, werden alle durch die von Ihnen ausgewählte Version ersetzt.

    Klicken Sie in der Liste Konflikte mit der rechten Maustaste auf den Feature-Class-Namen, und klicken Sie auf die Version, deren Konflikte Sie lösen möchten.

  • Geometrien zusammenführen:

    Dies erfolgt auf Feldebene und ist ausdrücklich mit einem Shape-Feld verbunden. Die Option zum Zusammenführen von Geometrien ist verfügbar, wenn ein Konflikt vorliegt, der das Feld "Shape" betrifft. Wenn zwei Benutzer die Geometrie desselben Features, jedoch nicht denselben räumlichen Bereich des Features bearbeiten, haben sie die Option, den Konflikt zu lösen, indem sie die Geometrien zusammenführen und beide Bearbeitungen annehmen. Die Option zum Zusammenführen von Geometrien ist nur im Kontextmenü des Feldes "Shape" verfügbar. Nach dem Zusammenführen von Geometrien ist das Endergebnis ein Feature, dass die Änderungen von beiden Benutzern enthält. Wenn die Änderungen eines Benutzers in den gleichen Bereich fallen, der auch von dem anderen Benutzer bearbeitet wurde, überlappen die bearbeiteten Bereiche. Zwar kann die Option zum Zusammenführen von Geometrien verfügbar sein, ihre Ausführung schlägt aber fehl. In diesem Fall wird die folgende Fehlermeldung angezeigt:

    Error found while merging geometries. Cannot merge the two geometries. The edited regions overlap.

Filtern von Konflikten auf Feldebene

Wenn bei der Arbeit mit der traditionellen Versionierung während eines Abgleichs Konflikte festgestellt werden, kann es vorkommen, dass Sie nicht wünschen, dass Änderungen an Feldern oder einer Reihe von Feldern angewendet werden. Nachfolgend sind einige Beispiele für Situationen aufgeführt, in denen es sinnvoll ist, erkannte Konflikte herauszufiltern, wenn ein Feld abgeglichen wird:

  • Es wird eine Batch-Aktualisierung für ein Feld in verschiedenen Versionen durchgeführt.
  • Informationen werden anhand von innerhalb der Version vorgenommenen Änderungen in ein Feld geschrieben.

Mit einem Feld-Konfliktfilter können ein oder mehrere in Feature-Classes enthaltene Felder getaggt werden, um sie aus der Konflikterkennung auszuschließen. Dies trifft nur dann zu, wenn Sie Konflikte nach Attribut definieren. Nachdem Sie Änderungen abgeglichen haben, hängt der Wert, der in dem Feld angezeigt wird, das über einen Konfliktfilter verfügt, davon ab, ob Sie festgelegt haben, dass der Abgleich zugunsten der Zielversion oder zugunsten der Änderung erfolgen soll. Wenn Sie festgelegt haben, dass der Abgleich zugunsten der Zielversion erfolgen soll, weisen Felder mit einem Konfliktfilter den Wert aus der Zielversion auf. Wenn Sie festgelegt haben, dass der Abgleich zugunsten der Änderung erfolgen soll, weisen Felder mit einem Konfliktfilter den Wert aus der Editierversion auf.

Das Werkzeug Feld-Konfliktfilter hinzufügen lässt sich zur Definition eines Satzes von Feldern zwecks Konfliktfilterung verwenden. Mit dem Werkzeug Feld-Konfliktfilter entfernen können diese Konfliktfilter wieder entfernt werden. Mit der Python-Funktion ListFieldConflictFilters kann ermittelt werden, ob für eine Feature-Class oder -Tabelle Konfliktfilter definiert wurden.

Hinweis:

Sobald für eine Feature-Class oder -Tabelle ein Feld-Konfliktfilter definiert wurde, können Clients mit Versionen von ArcGIS vor 10.2.1 die Feature-Class oder Tabelle nicht öffnen. Feld-Konfliktfilter können als Feld definiert werden und lassen sich nach einem Versionsabgleich entfernen, wenn es erforderlich wird, mit früheren ArcGIS-Versionen auf die Daten zuzugreifen.

Zurückschreiben von Änderungen

Nachdem Sie Konflikte abgeglichen und überprüft haben, können Sie sie in eine Vorgängerversion zurückschreiben.

Tipp:

Bei traditioneller Versionierung sehen andere Benutzer, die die Zielversion lesen, in die Sie die Änderungen zurückgeschrieben haben, die zurückgeschriebenen Änderungen erst, wenn Sie ihre versionierten Workspaces aktualisieren.

Änderungen können nur dann zurückgeschrieben werden, wenn die Zielversion nicht geändert wurde, seit Sie den letzten Abgleich von Änderungen ausgeführt haben. Wenn die Zielversion in der Zwischenzeit geändert wurde, müssen Sie einen erneuten Abgleich ausführen, bevor Sie die Änderungen zurückschreiben.

Nachdem Änderungen zurückgeschrieben wurden, können Sie nicht rückgängig gemacht werden, da Sie Änderungen auf eine Version anwenden, die aktuell nicht von Ihnen bearbeitet wird.

Nach dem Zurückschreiben können Sie weitere Änderungen in Ihrer Version vornehmen. Um diese Änderungen auf die Zielversion anzuwenden, müssen Sie die Vorgänge "Abgleich", "Konfliktlösung" und "Zurückschreiben" erneut ausführen.

  1. Klicken Sie auf der Registerkarte Versionierung in der Gruppe Versionierung auf Zurückschreiben.

Wenn Ihr Projekt oder Teil des Workflows als abgeglichen markiert ist, können Sie die bearbeitete Version löschen. Sie können eine Version löschen, wenn all ihre Child-Versionen zuerst gelöscht und Sie der Besitzer der Version sind.