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Netzwerkregeln

Die Regeln spielen eine wichtige Rolle für die Datenqualität. Netzwerkregeln und Attributregeln können, wenn sie in Verbindung miteinander verwendet werden, dabei helfen, die Datenintegrität während des Bearbeitungsprozesses sicherzustellen.

Mit Netzwerkregeln wird festgelegt, welche Features mit anderen Feature-Typen verbunden und diesen zugeordnet werden können. Diese Regeln werden auf der Ebene der Feature-Classes für bestimmte Asset-Gruppen und Asset-Typen (und auch mit Anschlusspunkten, sofern zutreffend) angewendet. Netzwerkregeln werden auf Versorgungsnetzebene gespeichert, sodass Features über verschiedene Netzarten hinweg verbunden und zugeordnet werden können.

In einem Versorgungsnetz erfolgt die Verbindung und Zuordnung von Features unter Berücksichtigung von Feature-Beschränkungen. Um solche Beziehungen zu ermöglichen, sind Netzwerkregeln vorhanden. Lineare Features mit demselben Attribut für Asset group und Asset type können ohne eine Regel verbunden werden. Zum Verbinden von Features, deren Felder für Asset Group und Asset Type unterschiedlich sind, ist eine Regel erforderlich.

Alle Regeln werden ausgewertet, wenn die Netzwerk-Topologie aktiviert wird. Außerdem werden Zuordnungsregeln ausgewertet, wenn eine Zuordnung erstellt wird.

Durch den Regeltyp wird festgelegt, wie Features verknüpft werden können. Es gibt folgende fünf Netzwerkregeltypen:

  • Knoten-Kanten-Konnektivität (geometrische Übereinstimmung)
  • Kanten-Knoten-Kanten-Konnektivität (geometrische Übereinstimmung)
  • Knoten-Knoten-Konnektivitätszuordnungen
  • Strukturelle Anbau-Zuordnungen
  • Containment-Zuordnungen

Verwalten von Netzwerkregeln

Das Versorgungsnetz benötigt Regeln, um die Netzwerk-Topologie aktivieren zu können. Um eine Regelbasis zu erstellen und die Verknüpfung von Features unterschiedlicher Typen zu ermöglichen, können Sie mit den Werkzeugen Regel hinzufügen und Regeln importieren Regeln hinzufügen. Nachdem einem Versorgungsnetz eine Regel hinzugefügt wurde, können nur Features, die dieser Regel entsprechen, mit anderen Features verbunden oder diesen zugeordnet werden.

Zum Löschen einer Regel aus einem Versorgungsnetz wird das Werkzeug Regel löschen verwendet. Netzwerkregeln können gelöscht werden, ohne dass die Features oder Zuordnungen, auf die diese Regeln zutreffen, getrennt bzw. entfernt werden. Beim Löschen von Regeln, die vorhandene Features in einem Versorgungsnetz unterstützen, sollte sehr vorsichtig vorgegangen werden. Vorhandene Features, in denen gelöschte Regeln verwendet werden, werden mit Fehler-Features markiert, wenn die Topologie erneut aktiviert wird, um anzugeben, dass keine Regel zur Unterstützung der Beziehung vorhanden ist. Nachdem die Netzwerk-Topologie überprüft oder aktiviert wurde, werden Features mit geometrischer Übereinstimmung getrennt (sie sind dann nicht mehr aneinander gefangen).

Mit dem Werkzeug Regeln exportieren können mehrere Netzwerkregeln auf einmal aus einem Versorgungsnetz exportiert werden.

Zum Prüfen der vorhandenen Regelbasis für ein Versorgungsnetz kann das Dialogfeld Netzwerkeigenschaften angezeigt werden.

Zum Verwalten von Regeln in einem Versorgungsnetz gibt es viele Konfigurationsaufgaben:

Tipp:

Da Netzwerkregeln über den Zugriff auf die Default-Verzweigungsversion verwaltet werden, werden die Aktualisierungen an den Regeln eines Versorgungsnetzes nur dann in die vorhandenen Benutzerversionen übernommen, wenn eine Operation zum Abgleichen durchgeführt wird.

Konnektivitätsregeln

Mit Konnektivitätsregeln kann gesteuert werden, bei welchen Feature-Typen eine Konnektivität durch geometrische Übereinstimmung entstehen kann und welche Feature-Typen eine Konnektivitätszuordnung zu anderen Feature-Typen herstellen können. Es gibt drei Typen von Konnektivitätsregeln: Knoten-Knoten, Knoten-Kanten und Kanten-Knoten-Kanten.

Konnektivitätsregeln können zwischen Features im Strukturnetzwerk festgelegt werden, um eine Verfolgung zu ermöglichen. Ein Beispiel wäre eine neue Rohrleitung, die von einem Ort zu einem anderen verlaufen soll. Ein Netzwerk von Versorgungstunneln ist bereits vorhanden. Die Versorgungstunnel werden verfolgt, um potenzielle Leitungsbahnen für die neue Rohrleitung zu ermitteln.

Regeln für die Knoten-Knoten-Konnektivitätszuordnung steuern die Konnektivitätszuordnung zwischen zwei Punkt-Features, die nicht notwendigerweise geometrisch übereinstimmen müssen. Regeln für die Knoten-Knoten-Konnektivitätszuordnung werden zwischen Device- und Junction-Feature-Classes auf der Ebene der Asset-Gruppen und Asset-Typen erstellt. Diese Regeln bauen auf vorhandenen Feature-Beschränkungen für gültige Konnektivitätszuordnungen auf. Diese Regeln werden ausgewertet, wenn Sie eine Konnektivitätszuordnung herstellen. Wenn keine Regel zur Unterstützung der Zuordnung vorhanden ist, wird ein Fehler zurückgegeben und das Feature nicht dem Bereich Zuordnungen ändern hinzugefügt. Importierte Zuordnungen werden beim Import oder bei Aktivierung der Netzwerk-Topologie ausgewertet. Knoten-Knoten-Regeln unterstützen die Anschlusspunktkonnektivität. Um eine Knoten-Knoten-Konnektivitätsregel zu löschen, müssen zunächst alle Zuordnungen gelöscht werden, die diese Regel verwenden.

Regeln für die Knoten-Kanten-Konnektivität basieren auf der geometrischen Übereinstimmung und steuern, welche Typen von Linien-Features mit Punkt-Features verbunden werden können. Diese Regeln bauen auf vorhandenen Feature-Beschränkungen für gültige geometrische Übereinstimmungen auf. Knoten-Kanten-Regeln werden angewendet, wenn Sie die Netzwerk-Topologie aktivieren oder überprüfen. Während des Bearbeitungsvorgangs in einer ordnungsgemäßen Fangumgebung können Features ohne unterstützende Regeln nicht aneinander gefangen werden. Dies verhindert jedoch nicht die fast lagegleiche Platzierung. Bei Aktivierung oder Überprüfung der Topologie werden diese ungültigen Fälle von lagegleichen Features ohne Regeln nicht verbunden und stattdessen mit Fehler-Features markiert.

Knoten-Kanten-Konnektivitätsregeln unterstützen die Linienende-Konnektivität zu einem Bauteil mit Anschlusspunkten. Die Herstellung einer Verbindung zu einem Punkt mit Anschlusspunkten mitten auf einer Linie erfordert das Fangen eines Nicht-Anschlusspunktes mitten auf der Linie, während das Anschlusspunkt-Feature lagegleich mit dem Linienende ist. Die Knoten-Kanten-Konnektivität wird zwischen dem Punkt auf der Linie (z. B. einem Wasserhahn) und der Linie hergestellt. Dann wird eine Knoten-Knoten-Konnektivitätszuordnung zwischen den beiden Punkt-Features hergestellt (und ein Anschlusspunkt angegeben). Analysevorgänge durchlaufen die Leitung und die Entnahmestelle bis zum verbundenen Anschlusspunkt.

Regeln für die Kanten-Knoten-Kanten-Konnektivität basieren auf der geometrischen Übereinstimmung und steuern, welche Typen von Linien-Features mithilfe eines dazwischenliegenden Punkt-Features verbunden werden können. Kanten-Knoten-Kanten-Konnektivitätsregeln werden angewendet, wenn Sie die Netzwerk-Topologie aktivieren oder überprüfen.

Die folgenden Abbildung zeigt die drei Typen der Konnektivitätsregeln:

Knoten-Knoten-, Knoten-Kanten- und Kanten-Knoten-Kanten-Konnektivität

Regeln für strukturelle Anbauten und Containments

Regeln für die strukturelle Anbau-Zuordnung legen fest, welche Feature-Typen mit Features eines bestimmten Typs (Struktur) verbunden werden können. Regeln für die strukturelle Anbau-Zuordnung werden zwischen Feature-Classes für Strukturknoten (Struktur) und Feature-Classes aus den Feature-Classes für Bauteile, Knoten, Baugruppen und Strukturknoten (Anbau) auf der Ebene der Asset-Gruppen und Asset-Typen erstellt. Diese Regeln bauen auf vorhandenen Feature-Beschränkungen für gültige strukturelle Anbau-Zuordnungen auf. Bevor Sie Regeln für strukturelle Anbauten und Containments hinzufügen, müssen Sie eine geeignete Zuordnungsrolle zuweisen.

Regeln für die Containment-Zuordnung legen fest, welche Feature-Typen in Features eines bestimmten Typs (Container) enthalten sein können. Regeln für die Containment-Zuordnung werden zwischen Network-Feature-Classes für Baugruppen und Strukturen und sonstigen Network-Feature-Classes auf der Ebene der Asset-Gruppen und Asset-Typen erstellt. Diese Regeln bauen auf vorhandenen Feature-Beschränkungen für gültige Containment-Zuordnungen auf.

Beide Regeltypen werden während Bearbeitungsvorgängen angewendet (ähnlich wie Knoten-Knoten-Konnektivitätsregeln), unterstützen aber keine Anschlusspunkte. Beim Festlegen einer dieser Zuordnungen werden die relevanten Regeln angewendet, um die Gültigkeit der Zuordnung zu bestätigen. Wenn keine Regel zur Unterstützung der Zuordnung vorhanden ist, wird ein Fehler zurückgegeben und das Feature nicht dem Bereich Zuordnungen ändern hinzugefügt.

Wenn Regeln für strukturelle Anbauten und Containments importiert werden, werden sie ausgewertet. Wenn der Import stattfindet, während die Netzwerk-Topologie deaktiviert ist, werden die Regeln ausgewertet, sobald die Netzwerk-Topologie wieder aktiviert wird. Die vorgenommenen Änderungen an Features, die an strukturellen Anbau- oder Containment-Zuordnungen beteiligt sind, werden beim Aktivieren oder Überprüfen der Netzwerk-Topologie ebenfalls ausgewertet.

Die folgende Abbildung zeigt die Zuordnungen von strukturellen Anbauten und Containments:

Zuordnungen von strukturellen Anbauten und Containments