Vorabberechnen von Netzwerkstandorten

Für eine erfolgreiche Netzwerkanalyse müssen sich die Analyseeingaben in dem Netzwerk befinden, das für die Analyse verwendet wird. Das Berechnen von Netzwerkstandorten für eine große Anzahl von Eingaben kann zeitaufwendig sein. Wenn Sie die gleichen Eingabedaten für mehrere Analysen mit den gleichen Netzwerk-Dataset- und Analyseeinstellungen verwenden möchten, können Sie die Verarbeitungszeit reduzieren, indem Sie ihre Netzwerkstandorte vorab berechnen.

Verwenden des Werkzeugs Standorte berechnen zum Vorabberechnen von Netzwerkstandorten

Mit dem Werkzeug Standorte berechnen werden die Netzwerkstandorte für eine Eingabe-Feature-Class berechnet. Die Informationen werden in Netzwerkstandortfeldern gespeichert, die der Feature-Class hinzugefügt werden. Diese Felder können verwendet werden, wenn die Feature-Class als Eingabe für eine Netzwerkanalyse verwendet wird.

Vorsicht:

Im Werkzeug Standorte berechnen kann keine Netzwerkanalyse-Service-URL als Eingabe-Netzwerk verwendet werden. Es ist nicht möglich, Netzwerkstandorte für einen Service direkt vorab zu berechnen.

Für den ArcGIS Online-Service können Sie keine Netzwerkstandorte vorab berechnen und verwenden, da die von dem Service verwendeten Netzwerkdaten häufig aktualisiert werden und Kunden nicht darauf zugreifen können. Sie können jedoch Netzwerkstandorte für eine Analyse mit dem ArcGIS Enterprise-Routing-Service vorab berechnen und verwenden, sofern Sie Zugriff auf das Netzwerk-Dataset haben, das bei der Veröffentlichung des Service verwendet wurde. Sie können dieses Netzwerk-Dataset auf dem lokalen Computer als Eingabe für das Werkzeug Standorte berechnen verwenden, um die Netzwerkstandorte vorab zu berechnen. Die von dem Werkzeug berechneten Netzwerkstandortfelder können in Analysen verwendet werden, die den Service referenzieren.

Gültigkeit vorab berechneter Netzwerkstandortfelder

Vorab berechnete Standortfelder sind nur für das Netzwerk-Dataset und den Reisemodus gültig, für das bzw. den sie berechnet wurden. Wenn Sie diese Punkte mit einem anderen Netzwerk oder Reisemodus verwenden möchten, berechnen Sie die Standortfelder neu. Darüber hinaus können Sie gespeicherte Standortfelder neu berechnen, wenn Sie das Netzwerk-Dataset bearbeiten oder erneut erstellen, falls die Änderungen Auswirkungen auf die Verortung der Eingaben haben.

Verwenden vorab berechneter Netzwerkstandorte in einer Analyse

Vorab berechnete Netzwerkstandortfelder werden über eine Feldzuordnung in den Eingabe-Analyse-Sublayer oder die Eingabe-Analyseklasse übertragen. Der Workflow ist davon abhängig, ob Sie einen Netzwerkanalyse-Layer oder das Python-Modul in Network Analyst verwenden. Er wird in den folgenden Unterabschnitten beschrieben.

Ordnen Sie beim Zuordnen von Netzwerkstandortfeldern für eine Analyse nur die Felder SourceID, SourceOID, PosAlong und SideOfEdge zu. Die Felder SnapX, SnapY, SnapZ und DistanceToNetworkInMeters dienen lediglich zu Informationszwecken. Sie sind für die Angabe von Positionen für eine Analyse nicht erforderlich.

Verwenden vorab berechneter Netzwerkstandorte für Layer-basierte Netzwerkanalyse-Workflows

Beim Durchführen von Analysen mit einem Netzwerkanalyse-Layer können Sie vorab berechnete Standortfelder zuordnen, wenn Sie mit dem Werkzeug Standorte hinzufügen Eingaben zum Analyse-Layer hinzufügen. Nutzen Sie dabei den Parameter Feldzuordnungen, um die Netzwerkstandortfelder der Eingabe-Features den Netzwerkstandorteigenschaften zuzuordnen. Wenn Sie das Werkzeugdialogfeld verwenden, legen Sie den Parameter Feldzuordnungen auf Netzwerkstandortfelder verwenden fest, um die Zuordnung zu aktivieren.

Verwenden vorab berechneter Netzwerkstandorte für Python-basierte Workflows mit dem Modul Network Analyst

Wenn Sie in Python eine Analyse mit dem Modul Network Analyst durchführen, können Netzwerkstandortfelder beim Hinzufügen von Eingaben mit der load-Methode oder der insertCursor-Methode verwendet werden. Mit der insertCursor-Methode können Sie Netzwerkstandortfelder auf dieselbe Art und Weise angeben wie andere Felder. Bei Workflows, in denen die load-Methode verwendet wird, können Sie die Netzwerkstandortfelder aus der Eingabe den Feldern in der Eingabeklasse zuordnen. Dazu verwenden Sie die fieldMappings-Methode und legen den Parameter use_location_fields auf True fest. Nach dem Erstellen von Feldzuordnungen mit den Netzwerkstandortfeldern können diese in der load-Methode im Parameter field_mappings verwendet werden.

Eine ausführlichere Beschreibung dieser Verfahren mit Codebeispielen finden Sie unter Set analysis inputs.

Vorab berechnete Netzwerkstandorte und automatisches Neupositionieren zum Zeitpunkt der Berechnung

Standardmäßig werden vorhandene Netzwerkstandortfelder beim Berechnen einer Analyse geprüft, um sicherzustellen, dass sie gültig und erreichbar sind. Zum Zeitpunkt der Berechnung werden möglicherweise die Netzwerkstandortfelder aus einzelnen Eingaben automatisch neu berechnet. Dies geschieht in folgenden Fällen:

  • Die Eingabe enthält keine Netzwerkstandortfelder, oder die Netzwerkstandortfelder sind ungültig oder unvollständig.
  • Das Feld Status der Eingabe weist darauf hin, dass sie nicht gefunden wurde, nicht erreicht werden kann oder sich nicht am nächstmöglichen Netzwerkstandort befindet.
  • Die Eingabe befindet sich auf einem Netzwerkelement, das durch den für die Analyse verwendeten Reisemodus eingeschränkt ist.
  • Die Eingabe ist durch eine Barriere verdeckt.

Bei einem Netzwerkanalyse-Layer werden alle Eingaben zum Zeitpunkt der Berechnung automatisch neu positioniert, wenn seit der letzten Berechnung des Netzwerkanalyse-Layers das Netzwerk-Dataset neu erstellt wurde oder die Suchen-Einstellungen auf der Eigenschaftenseite des Layers geändert wurden. In diesem Fall werden alle vorab berechneten Netzwerkstandorte aktualisiert und überschrieben.

In vielen Fällen ist dieses automatische Neupositionieren das erwünschte Verhalten, insbesondere wenn Barrieren vorhanden sind, die beim Vorabberechnen von Netzwerkstandorten nicht verwendet werden. In diesem Fall ist es wichtig, dass der Netzwerkanalyse-Layer oder das Python-Solver-Objekt mit denselben Suchen-Einstellungen konfiguriert wird, die auch beim Vorabberechnen der Netzwerkstandorte verwendet wurden. Von Barrieren betroffene Eingaben werden neu positioniert, um die Barrieren zu umgehen. Die Standortfelder anderer Eingaben, die aus anderen Gründen neu positioniert werden, bleiben unverändert, da dieselben Suchen-Einstellungen angewendet werden.

Das Verhalten des automatischen Neupositionierens ist in einigen Fällen sehr hilfreich, es gibt aber auch Fälle, in denen es sich empfiehlt, die Option zu deaktivieren. Insbesondere, wenn in der Analyse keine Barrieren verwendet werden, hat dieses Verhalten kaum einen Nutzen. Wenn die Analyse mit denselben Suchen-Einstellungen konfiguriert wird, die Sie auch beim Vorabberechnen der Netzwerkstandorte verwendet haben, werden beim automatischen Neupositionieren dieselben Netzwerkstandorte erneut gefunden. Möglicherweise werden Sie auch leichte Performance-Verbesserungen feststellen, wenn Sie den Schritt des automatischen Neupositionierens überspringen.

Wenn Sie die Netzwerkanalyse mit Layer-basierten Workflows durchführen, können Sie diese Einstellung mit dem Parameter Automatisches Neupositionieren zum Zeitpunkt der Berechnung zulassen im Werkzeug Standorte hinzufügen oder auf der Eigenschaftenseite des Netzwerkanalyse-Layers anpassen. Beim Durchführen von Analysen in Python mit dem Modul Network Analyst können Sie diese Einstellung mithilfe der Eigenschaft allowAutoRelocate anpassen.

Unabhängig vom Wert der Einstellung werden Eingaben ohne Netzwerkstandortfelder oder mit unvollständigen Netzwerkstandortfeldern zum Zeitpunkt der Berechnung positioniert, und es werden dafür die für die Analysis konfigurierten Suchen-Einstellungen verwendet. Wenn das Netzwerk-Dataset neu erstellt wird oder andere Suchen-Einstellungen geändert werden, wird davon ausgegangen, dass vorhandene Standortfelder ungültig sind. Zum Zeitpunkt der Berechnung werden daher unabhängig vom Wert der Einstellung alle Standorte neue berechnet.