Auswerten von Attributregeln

Nach dem Hinzufügen von Attributregeln zu den Daten werden die für die Daten geltenden Regeln im Rahmen der Auswertung überprüft, um sicherzustellen, dass die Regeln befolgt werden. Welche Auswertungsmethode verwendet wird, hängt vom Regeltyp und von den Regeleigenschaften ab. Regeln für die sofortige Auswertung werden sofort während der Bearbeitung ausgewertet, während Regeln für die zurückgestellte Auswertung zu einem bestimmten Zeitpunkt mithilfe des Validierungsservices wie folgt ausgewertet werden:

  • Sofortige Auswertung
    • Regeln für sofortige Berechnungen
    • Beschränkungsregeln
  • Zurückgestellte Auswertung
    • Regeln für Batch-Berechnungen
    • Validierungsregeln
Detailinformationen:

Bei Änderungen, die mit dem Werkzeug Teilnetz aktualisieren oder dem Werkzeug IsConnected-Attribut aktualisieren in einem Versorgungsnetz vorgenommen wurden, wird das Geodatabase-Verhalten möglicherweise umgangen und auch keine sofortige Auswertung von Attributregeln veranlasst. Weitere Informationen finden Sie unter Aktualisieren von Teilnetzen und Identifizieren von isolierten Features.

Sofortige Auswertung während der Bearbeitung

Regeln für die sofortige Berechnung und Beschränkungsregeln werden automatisch während Bearbeitungsvorgängen wie Einfügen, Aktualisieren oder Löschen ausgewertet. Der jeweilige Bearbeitungsvorgang, der eine Auswertung auslöst, ist in den auslösenden Ereignissen der Regeleigenschaften definiert. Informationen zum Überprüfen der Regeleigenschaften finden Sie unter Attributregeln (Ansicht).

Diese Regeln werden ausgewertet, wenn Sie Daten in ArcGIS Pro oder über einen Feature-Service bearbeiten. Berechnungsregeln sorgen dafür, dass Felder automatisch mit Werten belegt werden, oder dass eine Fehlermeldung zurückgegeben wird, wenn beim Berechnungsausdruck ein Fehler auftritt. Beschränkungsregeln sorgen dafür, dass bei Regelverletzungen eine Fehlermeldung zurückgegeben wird. Beim Vornehmen von Änderungen werden zunächst Regeln für die sofortige Berechnung und anschließend Beschränkungsregeln ausgewertet. Vor der Auswertung dieser Regeln werden Standardwerte für Features festgelegt.

Für Regeln für die sofortige Berechnung und Beschränkungsregeln gibt es in den Regeleigenschaften die Option Von Anwendungsauswertung ausschließen, die sich auf die Auswertung bei der Bearbeitung von Feature-Services auswirkt. Wenn Sie den Feature-Service in ArcGIS Pro bearbeiten und dabei Regeln erstellen, können Sie die Option Von Anwendungsauswertung ausschließen deaktivieren, sodass die Regeln lokal ausgewertet werden, bevor Anforderungen zum Übernehmen von Änderungen an den Server gesendet werden.

Hinweis:
Die Option Von Anwendungsauswertung ausschließen muss bei Regeln für die sofortige Berechnung auf "True" festgelegt werden, wenn der Arcade-Ausdruck bestimmte Wörterbuch-Schlüsselwörter für Attributregeln zurückgibt oder Sequenzen verwendet.

Zurückgestellte Auswertung mit dem Validierungsservice

Regeln für Batch-Berechnungen und Validierungsregeln werden zu einem vom Benutzer festgelegten Zeitpunkt mit den Werkzeugen Fehler-Inspektor oder Regeln auswerten ausgewertet. Um Regeln mit dem Fehler-Inspektor oder dem Werkzeug Regeln auswerten auszuwerten, muss über einen Web-Feature-Layer, für den die Validierungsfunktion aktiviert ist, auf Dataset- und Fehler-Layer zugegriffen werden. Sobald der Validierungsservice verfügbar ist, geben Sie an, wann die Regeln ausgewertet werden sollen, d. h. wann die Regeln für den vorhandenen Datensatz überprüft werden sollen.

Weitere Informationen finden Sie unter Freigeben von Datasets mit Attributregeln.

Während der Auswertung sorgt eine Regel für Batch-Berechnungen dafür, dass Felder automatisch mit Werten belegt werden oder dass Fehler-Features erstellt werden, wenn beim Berechnungsausdruck ein Fehler auftritt. Eine Validierungsregel sorgt dafür, dass Fehler-Features erstellt werden, mit denen Features hervorgehoben werden, die gegen Regeln verstoßen. Wenn beide Regeltypen gleichzeitig ausgewertet werden, werden zunächst Regeln für Batch-Berechnungen und anschließend Validierungsregeln ausgewertet. Fehler-Features für diese Regeln können mithilfe des Fehler-Inspektors überprüft werden.

Hinweis:
Die zum Auswerten von Batch-Berechnungen und Validierungsregeln verwendete Funktion Validierung ist nur beim Freigeben für ArcGIS Enterprise 10.7 oder höher verfügbar. Weitere Informationen finden Sie unter Überlegungen zur Freigabe in älteren Portalen.

Validierungsstatus (Attribut)

Die Auswertung von Regeln für Batch-Berechnungen und Validierungsregeln wird über das Feld "Validierungsstatus" im Dataset verfolgt. Das Feld "Validierungsstatus" wird beim Erstellen der ersten Regel für Batch-Berechnungen oder der ersten Validierungsregel für das Dataset hinzugefügt. Das Feld enthält folgende Informationen zu den einzelnen Features:

  • Ist für das Feature eine Berechnung erforderlich?
  • Ist für das Feature eine Validierung erforderlich?
  • Enthält das Feature Fehler?

Für ein Feature muss "Berechnung erforderlich" oder "Validierung erforderlich" festgelegt werden, damit die Regeln für das Feature bei der Auswertung überprüft werden. Das Feld "Validierungsstatus" wird aktualisiert, wenn das Feature bearbeitet wird, während der Auswertung oder wenn eine neue Regel für Batch-Berechnungen oder eine neue Validierungsregel zum Dataset hinzugefügt wird. Wenn eine Regel für Batch-Berechnungen oder eine Validierungsregel zum Dataset hinzugefügt wird, wird der Validierungsstatus zurückgesetzt, sodass eine Auswertung aller Features erforderlich ist. Beispiel: Wenn Sie eine Regel für Batch-Berechnungen oder eine Validierungsregel zu einem Dataset hinzufügen, wird der Validierungsstatus Keine Berechnung erforderlich, keine Validierung erforderlich, kein Fehler in Berechnung erforderlich, Validierung erforderlich, kein Fehler aktualisiert.

CodeBeschreibung

0

Keine Berechnung erforderlich, keine Validierung erforderlich, kein Fehler

1

Keine Berechnung erforderlich, keine Validierung erforderlich, Fehler vorhanden

2

Keine Berechnung erforderlich, Validierung erforderlich, kein Fehler

3

Keine Berechnung erforderlich, Validierung erforderlich, Fehler vorhanden

4

Berechnung erforderlich, keine Validierung erforderlich, kein Fehler

5

Berechnung erforderlich, keine Validierung erforderlich, Fehler vorhanden

6

Berechnung erforderlich, Validierung erforderlich, kein Fehler

7

Berechnung erforderlich, Validierung erforderlich, Fehler vorhanden

Domäne mit codierten Werten des Attributs "Validierungsstatus".

Layer mit Validierungsfehler

Wenn Regeln für Batch-Berechnungen und Validierungsregeln mit dem Fehler-Inspektor ausgewertet werden sollen, verwenden Sie die Option Feature-Layer hinzufügen, um Ihrer Karte Layer hinzuzufügen. Damit wird ein Gruppen-Layer der Fehler-Datasets aus dem Feature-Service hinzugefügt.

Der Gruppen-Layer der Fehler-Layer besteht aus den folgenden Datasets:

  • GDB_ValidationPointErrors
  • GDB_ValidationLineErrors
  • GDB_ValidationPolygonErrors
  • GDB_ValidationObjectErrors

Die Option Fehler-Layer hinzufügen ist erst nach dem Freigeben der vier Fehler-Datasets als Teil eines Web-Feature-Layers verfügbar, für den Validierungsfunktionen aktiviert wurden. Der Gruppen-Layer der Fehler-Layer wird im Fehler-Inspektor als Quelle zum Auswerten von Regeln und zum Überprüfen von Fehler-Features verwendet.

Die Fehler-Datasets werden beim Erstellen der ersten Regel für Batch-Berechnungen oder der ersten Validierungsregel in einer Geodatabase erstellt. Sie werden zum Speichern aller Fehler-Features verwendet, die bei der Regelauswertung erstellt werden.

Auswerten von Regeln mit dem Fehler-Inspektor

In ArcGIS Pro können Sie mit dem Fehler-Inspektor Regeln für Batch-Berechnungen und Validierungsregeln auswerten. Bevor Sie die folgenden Schritte durchführen können, müssen Sie die Datasets und die zugehörigen Fehler-Datasets als Web-Feature-Layer mit der Funktion Validierung freigeben. Weitere Informationen finden Sie unter Freigeben von Datasets mit Attributregeln.

    Um Regeln mit dem Fehler-Inspektor auszuwerten, führen Sie die folgenden Schritte aus:
  1. Klicken Sie im Bereich Katalog auf die Registerkarte Portal.
  2. Suchen Sie den Web-Feature-Layer, der die auszuwertenden Daten enthält, und doppelklicken Sie auf diesen.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den bzw. die Layer, und klicken Sie auf Hinzufügen zu neuer > Karte Karte hinzufügen oder Zu aktueller Karte hinzufügen Zu aktueller Karte hinzufügen.
  4. Klicken Sie im Bereich Inhalt mit der rechten Maustaste auf den Layer, und klicken Sie dann auf Fehler-Layer hinzufügen Gruppen-Layer.

    Die zugehörigen Fehler-Layer werden als Gruppen-Layer hinzugefügt, der im Fehler-Inspektor zum Auswerten von Regeln verwendet wird.

  5. Klicken Sie auf der Registerkarte Bearbeiten in der Gruppe Änderungen verwalten auf Fehler-Inspektor Fehler-Inspektor.

    In der Werkzeugleiste Fehler-Inspektor verweist die Option Quelle auf die Fehler-Layer in der Kartenansicht.

    Die Option "Quelle" referenziert die Fehler-Layer in der Kartenansicht.
  6. Sie können optional auf die Dropdown-Schaltfläche Quelle klicken und den Fehler-Layer auswählen, um den Wert zu ändern.
  7. Klicken Sie auf den Dropdown-Pfeil Ausdehnung überprüfen der Schaltfläche Regeln auswerten Dropdown-Schaltfläche, um die Optionen zum Auswerten von Regeln einzublenden.
    1. Wählen Sie mindestens einen Regeltyp zum Auswerten aus.

      • Regeln für Batch-Berechnungen
      • Validierungsregeln

    2. Wählen Sie für Ausdehnung eine der Optionen aus.

      • Sichtbare Ausdehnung: Mit dieser Option wird die sichtbare Ausdehnung der Karte ausgewertet.
      • Volle Ausdehnung: Mit dieser Option wird die volle Ausdehnung des Feature-Services ausgewertet.

    3. Wählen Sie für Optionen eine der folgenden Optionen aus:
      • In dieser Verzweigung geändert: Mit dieser Option werden an der aktuellen Verzweigungsversion vorgenommene Änderungen ausgewertet. Diese Option ist beim Auswerten von Regeln mit der Standardversion nicht verfügbar.
      • Asynchron ausführen: Mit dieser Option werden die Auswertungsregeln für den Service asynchron ausgeführt. Hierfür wird der Geoverarbeitungsservice "ValidationTools" des Systems verwendet, der sich für Prozesse mit langer Laufzeit eignet.
  8. Klicken Sie abschließend auf die Dropdown-Schaltfläche Dropdown-Schaltfläche, um die Optionen auszublenden.
  9. Klicken Sie auf die Schaltfläche Regeln auswerten Ausdehnung überprüfen.
  10. Fehler-Features werden erstellt und im Fehler-Inspektor angezeigt. Informationen zum Anzeigen und Verwalten von Fehlern finden Sie unter Verwalten von Attributregelfehlern.