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Attributregeln

Attributregeln sind benutzerdefinierte Regeln, die erstellt werden, um die Bearbeitung zu vereinfachen und Datenintegrität zu erzwingen. Sie können zu einem Dataset hinzugefügt werden, um die zulässigen Feature-Konfigurationen anhand bestimmter Attribut- oder Geometriekriterien einzuschränken und Attribute automatisch mit Werten zu belegen. Sie können mit Arcade-Skriptausdrücken für bestimmte Feature-Classes oder Tabellen in der Geodatabase auf Subtype- (optional) und Feldebene erstellt werden.

Es gibt zwei Typen von Attributregeln:

Attributregeln sind eine Eigenschaft des Datasets, für das sie erstellt werden. Da zwischen ihnen und dem Dataset, für das sie erstellt werden, eine 1:1-Beziehung besteht, können sie nicht durch mehrere Datasets in der Geodatabase gemeinsam genutzt werden. Wenn das Dataset gelöscht wird, werden die zugehörigen Attributregeln ebenfalls gelöscht.

Vorsicht:

Wenn Sie einem Dataset Attributregeln hinzufügen, muss die Client-Version für den Zugriff auf das Dataset mindestens ArcGIS Pro 2.1 entsprechen. Dadurch kann das Dataset in ArcMap nicht mehr verwendet werden. Vor dem Hinzufügen oder Importieren von Attributregeln müssen Sie sicherstellen, dass die Datasets nicht Bestandteil von Geodatabase-Replikaten sind.

Erstellen von Attributregeln

Attributregeln werden mit dem Werkzeug Attributregel hinzufügen erstellt oder mit dem Werkzeug Attributregeln importieren importiert. In Attributregeln werden Arcade-Skriptausdrücke verwendet, um zu definieren, wie während der Ausführung der Regel Attributwerte belegt oder eingeschränkt werden. Arcade ist eine portierbare Ausdruckssprache, die auf der gesamten ArcGIS Plattform verwendet werden kann. Beim Erstellen von Skriptausdrücken für Attributregeln kann der Arcade-Funktionsindex als Referenz verwendet werden.

Erstellte Attributregeln werden für neue Änderungen aktiviert, jedoch nicht auf vorhandene Datensätze im Dataset angewendet. Sie werden bei bestimmten auslösenden Ereignissen auf Zeilenebene in der Bearbeitungsoperation ausgeführt. Diese auslösenden Ereignisse werden bei der Erstellung definiert und in den Eigenschaften der Attributregel gespeichert. Zum Beispiel wird die Regel beim Einfügen in oder Aktualisieren oder Löschen von einem bestimmten Attributwert ausgelöst.

Hinweis:
Für Attributregeln gibt es aktuell keine layer-übergreifende oder Cursor-Unterstützung. Attributregeln werden ausschließlich in der auszuwertenden Zeile (Feature) unterstützt. Attributregeln werden aktuell nur in Enterprise-Geodatabase-Datasets unterstützt.

Arbeiten mit Attributregeln

Zum Abrufen von Informationen zu erstellten Attributregeln für Ihre Datasets gibt es mehrere Möglichkeiten. Verwenden Sie arcpy.Describe für das Dataset, um die Eigenschaften von Attributregeln auszugeben. Sie können die Eigenschaften von Attributregeln auch mit dem Werkzeug Attributregeln exportieren anzeigen und sich das Schema der exportierten CSV-Datei ansehen. Diese CSV-Datei enthält die Definition der Attributregel, z. B. den Namen und Typ, das Feld, die Eigenschaft "ist aktiviert", auslösende Ereignisse und den Skriptausdruck.

Werkzeuge im Toolset "Attributregeln" sind intuitiv und enthalten die folgenden Informationen zu Attributregeln für ein bestimmtes Dataset:

  • Listenregeln für ein Dataset: Um schnell eine Liste mit den Namen der vorhandenen Attributregeln für ein bestimmtes Dataset zu erhalten, können Sie das Werkzeug Attributregel löschen verwenden, indem Sie die Eingabetabelle eingeben und einen Regeltyp auswählen.
  • Listenregeln für ein Dataset, basierend auf dem Status (aktiviert oder deaktiviert): Um Attributregeln anzuzeigen, die für ein Dataset deaktiviert sind, verwenden Sie das Werkzeug Attributregel aktivieren. In der Dropdown-Liste Regelnamen werden nur deaktivierte Regeln angezeigt. Entsprechend werden im Werkzeug Attributregeln deaktivieren nur Regeln aufgelistet, die aktiviert sind.

Attributregeln können mit den Werkzeugen Attributregeln exportieren und Attributregeln importieren zwischen Datasets in der Geodatabase übertragen werden. Diese Werkzeuge verwenden eine CSV-Datei zum Speichern der Attributregel. Bei Datenmigrationsmethoden wie Kopieren und Einfügen über die Zwischenablage, Feature-Class in Feature-Class und Tabelle in Tabelle werden die zum Dataset gehörenden Attributregeln nicht übertragen.

Tipp:
Damit Web-Feature-Layer Attributregeln nutzen können, müssen die Daten mit der Option Registrierte Daten referenzieren im Bereich "Als Web-Layer freigeben" veröffentlicht werden. Damit wird sichergestellt, dass die Daten beim Veröffentlichen nicht kopiert, sondern durch den Service direkt referenziert werden.

Attributregeln können mit den Werkzeugen Attributregel deaktivieren und Attributregel aktivieren vorübergehend für ein Dataset deaktiviert werden. Im deaktivierten Zustand wird die spezifische Regel nicht zum Auslösen von Ereignissen ausgeführt. Dadurch kann die Performance beim Laden großer Datenmengen verbessert werden und es ist hilfreich, wenn die Regelausführung für bestimmte Zeiträume ausgesetzt werden muss.

Um die Eigenschaften von vorhandenen Attributregeln für ein Dataset zu ändern, müssen die Regeln exportiert, gelöscht und entweder wieder importiert, nachdem Änderungen an der CSV-Datei vorgenommen wurden, oder neu erstellt werden. Bei Berechnungsregeln müssen Sie daran denken, dass die Reihenfolge der Regeln wichtig ist, da sie die Auswertungsreihenfolge bestimmt.

Berechnungsregeln

Berechnungsregeln werden verwendet, um Attributkonfigurationen für ein Feature automatisch zu füllen, wenn ein anderes Attribut festgelegt wird. Beim Hinzufügen mehrerer Berechnungsregeln bestimmt die Reihenfolge, in der die Regeln hinzugefügt werden, die Auswertungsreihenfolge. Dies ist wichtig, wenn Abhängigkeiten von weiteren zu berechnenden Feldern für das zu speichernde Feature bestehen.

Beispiel: Regel 1 muss vor Regel 2 erstellt werden.

  • Regel 1 aktualisiert Feld B basierend auf dem Wert in Feld A.
  • Regel 2 aktualisiert Feld C basierend auf dem Wert in Feld B.

Attribute zu einer Berechnungsregel können als vom Benutzer editierbare oder als nicht vom Benutzer editierbare Attribute konfiguriert werden. Beim Erstellen von Berechnungsregeln ist das Kontrollkästchen Ist editierbar unter dem Eingabefeld, für das es gilt, verfügbar:

  • Aktiviert: Benutzerdefinierte Änderungen an Attributen sind für ein Feld zulässig. Die Benutzereingabe für dieses Feld kann durch Ausführung einer Attributregel entsprechend der Regeldefinition überschrieben werden.
  • Deaktiviert: Benutzerdefinierte Änderungen an Attributen sind nicht zulässig, und das Attributfeld, für das die Regel erstellt wird, wird als vom System verwaltetes Feld definiert. Die Berechnungsregel wird bei dem auslösenden Ereignis, das in der Regel definiert wurde, angewendet.

Es folgen einige Beispiele für Attributberechnungsregeln:

  • Einfügen von Werten eines Textarray-Feldes durch Verkettung in ein angegebenes Feld.
  • Wenn der LifeCycleStatus eines Rohres auf Abandoned aktualisiert wird, wird das Attribut PressureZone auf None aktualisiert.
  • Wenn die Länge eines Leitungsmastes größer als 65 Fuß ist, wird der Materialwert als Stahl berechnet.

Beschränkungsregeln

Beschränkungsregeln geben zulässige Attributkonfigurationen und allgemeine Beziehungen für ein Feature an. Sie werden nicht wie Berechnungsregeln zum Belegen von Attributen mit Werten verwendet, sondern zum Sicherstellen, dass bestimmte Bedingungen für ein Feature erfüllt werden. Beschränkungsregeln sind erforderlich, um ein Ergebnis als wahr oder falsch zurückzugeben, um darzustellen, dass die Beschränkungsregel erfüllt ist oder nicht. Bei der Erstellung einer Beschränkungsregel wird eine Fehlernummer mit einem Meldungstext angegeben. Wenn beim Speichern der Änderungen an einem Feature eine Beschränkungsregel verletzt wird, wird diese Fehlernummer zusammen mit dem Meldungstext zurückgegeben und die Erstellung oder Änderung dieses Features schlägt fehl.

Es folgen einige Beispiele für Attributbeschränkungsregeln:

  • Ein Leitungsmast, der höher als 65 Fuß ist, darf nur aus Stahl bestehen.
  • Der Wert eines Zeichenfolgenattributs für ein Feature muss ausschließlich Großbuchstaben enthalten.
  • Der Wert eines Zeichenfolgenattributs für ein Feature muss eine bestimmte Anzahl von Zeichen enthalten.
  • Für einen Einphasen-Freileitungstransformator, bei dem das Erdungsattribut auf Delta festgelegt wurde, sind die folgenden Phasenwerte gültig: AB, BC, AC. Wenn die Erdung Wye festgelegt wurde, sind die folgenden Phasenwerte gültig: A, B, C.